Agrarpolitik

Ökolandbau: Aktionsprogramm mit Nachbesserungsbedarf

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 11.11.2021 - 08:07

Bio Austria befürwortet österreichisches Programm, sieht aber noch Verbesserungsmöglichkeiten.

Köstinger-BIO-Enquete

Den "Startschuss" für das nächste Bio-Aktionsprogramm, der am vergangenen Dienstag (9.11.) bei der Bio-Enquete des Landwirtschaftsministeriums (BMLRT) gegeben wurde, begrüßt Bio Austria. Damit sei die Ausarbeitung des Instruments, das für die Bio-Landwirtschaft in Österreich wesentlich ist, auf den Weg gebracht. Gleichzeitig verlangt der Anbauverband auch Verbesserungen bei der Förderung. Ebenso hält er das vom Ministerium genannte Zielsetzung von 30 Prozent Bio-Flächenanteil bis 2030 für nicht ambitioniert. Bereits heute schon ist ein Wert von 26,5 Prozent der Fläche erreicht.

Das Bio-Aktionsprogramm soll wichtige Impulse in Bildung und Beratung, Forschung, bei der öffentlichen Beschaffung oder auch bei Bio-Zertifizierung in der Gastronomie setzen.  Die wichtigsten agrarpolitischen Rahmenbedingungen dafür werden nach Ansicht von Bio Austria freilich schon früher gesetzt, in Form der derzeit anstehenden Ausgestaltung des neuen Agrarumweltprogramms (Öpul). "Es gilt, die Chancen des Öpul und des Bio-Aktionsprogramms als Impulsgeber für die weitere Entwicklung der Bio-Landwirtschaft zu nutzen", betont Bio Austria Obfrau Gertraud Grabmann. 

Nachbesserungen bei Bio-Maßnahme notwendig

Um dies zu gewährleisten, brauche es bei den Plänen für das neue ÖPUL Nachbesserungen für die Ausstattung der Bio-Maßnahme. Diese hatte Bio Austria gefordert und letztlich in Verhandlungen mit dem Ministerium durchgesetzt. "Die hohen Basisleistungen der Biobäuerinnen und Biobauern vollumfänglich abzugelten, ist ein wesentliche Voraussetzung, um die Fortschreibung der Erfolgsgeschichte 'Bio in Österreich' in die Tat umzusetzen", stellt Grabmann fest. 

Dies sei auch im Interesse einer konsequenten Umsetzung des Leistungsprinzips im Öpul. "Wenn Bio-Betriebe für die Bio-Basismaßnahme künftig deutlich mehr Auflagen einhalten müssen, dafür aber die Prämie niedriger als bisher ausfallen soll, würde dies dem Leistungsprinzip widersprechen", betont die Bio Austria Obfrau.

Angebote zur Weiterbildung

Neben der Frage der Ausgestaltung der agrarpolitischen Rahmenbedingungen wurde bei der Bio-Enquete die wesentlichen Bereiche Bildung, Beratung und Forschung in der Bio-Landwirtschaft behandelt. Auch heuer finden – COVID-bedingt teilweise als Online- bzw. Hybrid-Veranstaltungen – zahlreiche Lehrgänge und andere Weiterbildungsveranstaltungen statt.

Demnächst etwa die Gemüsetage am 29. und 30. November sowie die Kartoffeltage von 13 bis 14. Dezember. Darüber hinaus steht vom 25. bis 27.1.2022 mit den Bauerntagen laut Bio Austria die größte Bio-Weiterbildungsveranstaltung am Programm