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Neues Hilfspaket startet ab Mitte Februar

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 22.01.2021 - 16:30

Um die Verluste durch den neuen Lockdown zu ersetzen, hat Österreich für Landwirte ein neues Hilfsprogramm aufgelegt.

Mastschweine-Fütterung-Österreich

Ab Mitte Februar können Österreichs Landwirte, die aufgrund der Coronapandemie und Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) 2020 in Schwierigkeiten geraten sind, einen Verlustersatz beantragen. Der Verlust wird für die Betriebszweige einzeln pauschal berechnet. Übersteigt der pauschal errechnete Deckungsbeitragsverlust mindestens 30%, werden. Für die Weinwirtschaft gibt es ein eigenes Berechnungsmodell. 70% des errechneten Verlustes als Zuschuss gewährt. Es handelt sich um einen nicht rückzahlbaren Zuschuss.

„Schweinebauern und Weinwirtschaft sind sehr stark betroffen, große Verluste gibt es aber auch in anderen landwirtschaftlichen Bereichen. Den Verlustersatz können aber alle Landwirte beantragen, die unter den entsprechenden Verlusten massiv leiden,“ gab Bundesagrarministerin Köstinger heute (22.1.) bekannt, kurz vor den bevorstehenden Kammerwahlen in Oberösterreich und in der Steiermark am kommenden Sonntag.

Das Gesamtvolumen des Verlustersatzes für die Landwirtschaft beträgt 60 Mio. Euro. Einkunftsverluste aufgrund COVID-bedingter Einnahmenausfälle können damit teilweise ersetzt werden, so Köstinger. Anträge für den Verlustersatz können die indirekt Betroffenen in der Landwirtschaft über die Agrarmarkt Austria (AMA)ab 15. Februar 2021 stellen.

Dabei muss der landwirtschaftlicher Betrieb den Verlust zwischen  Oktober 2020 bis März 2021 erlitten haben. Als Vergleichszeitraum sind die gleichen Monate des Vorjahres. Die beihilfenrechtliche Grenze der EU beträgt maximal 100.000 EUR für jeden landwirtschaftlichen Primärproduzenten.

Strasser: Praxistaugliche Lösung

ÖVP-Kollege und Bauernbundpräsident Georg Strasser freut es, dass eine praxistaugliche Lösung für diese indirekt betroffenen Betriebe in der Landwirtschaft möglich gemacht wurde.

Nach Auffassung von Oberösterreich Agrarlandesrat Max Hiegelsberger macht die Bundesregierung damit klar, dass sie “fest hinter der kleinstrukturierten Landwirtschaft“ stehe. Der Vorsitzende der Agrarlandesräte Hans Seitinger, Steiermark, ist überzeugt, dass mit diesem Hilfspaket können zahlreiche Existenzen gerettet werden und es ist ein wichtiger Schritt für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln.“

Keplinger: Reaktion auf UBV-Forderungen

Nach Auffassung des Unabhängigen Bauernverbands (UBV) zeigt sich, dass die UBV-Forderungen Wirkung zeigten und nicht nur heiße Luft seien. Auf den Schock, dass vier EU-Abgeordnete der ÖVP für Mercosur stimmten, kündige die Bauernbundministerin Köstinger rechtzeitig vor den Landwirtschaftskammer-Wahlen in Oberösterreich und der Steiermark eine Verlustabdeckung an. Es gehe aber nicht hervor, ob rinderhaltende Betriebe überhaupt eine Verlustabdeckung bekämen, so der UBV auf Wochenblattnachfrage.

Der Präsident den Unabhängigen Bauernverbands Karl Keplinger fordert eine Verlustabdeckung ohne bürokratischen Aufwand für alle direkt betroffenen in der Landwirtschaft, also für die bäuerlichen Betriebe.