Holzmarkt

Nadelsägerundholz: Regional starker Preisanstieg verzeichnet

LKW
Kein Bild vorhanden
Externer Autor
am Montag, 19.10.2020 - 08:52

In Österreich entspannt sich zum Teil die Borkenkäferproblematik. Die Sägeindustrie hat sich unterschiedlich bevorratet.

Wien - Nach einer zügigen Konjunkturerholung über den Sommer ist in Österreich im weiteren Jahresverlauf mit einer markanten Verlangsamung zu rechnen. Für die Bauwirtschaft wird jedoch weiterhin eine positive Entwicklung gesehen. Aufgrund der starken Nachfrage nach Bauholz-Sortimenten und bislang einfacher Rundholzverfügbarkeit schneidet die mitteleuropäische Sägeindustrie aktuell noch an der Kapazitätsauslastung.

Infolge des Witterungsverlaufes im heurigen Jahr hat sich die Borkenkäferproblematik im Haupteinzugsbereich der österreichischen Sägeindustrie entspannt. Zudem führt die Änderung der Käferbekämpfungsstrategie in Mitteldeutschland und Tschechien zu einem geringeren Holzanfall. Vermehrt werden Bestände nicht mehr aufgearbeitet und die Kapazitäten in Regionen verlegt, wo eine Bekämpfung noch sinnvoll erscheint. Der Föhnsturm zu Beginn des Monats und der frühe Schneefall im Gebirge haben in Österreich zu keinen nennenswerten Schadholzmengen geführt.

Zeitfenster zur Steigerung der Normalnutzungen

In Abhängigkeit von der Transportentfernung zu den Käferschadgebieten sind die Standorte der österreichischen Sägeindustrie unterschiedlich mit Fichtensägerundholz bevorratet. Bei reger Nachfrage sind die Preise regional spürbar gestiegen und bewegen sich rund um 80 Euro je Festmeter (FMO) für das Leitsortiment. Im Einzugsbereich von Kalamitätsholz liegen sie jedoch auch noch deutlich darunter. Jedenfalls öffnet sich hier ein Zeitfenster zur Steigerung der Normalnutzungen. Bereitgestellte Mengen werden zudem rasch abtransportiert, sofern es nicht witterungsbedingte Einschränkungen gibt.

Der steigenden Nachfrage nach Fichte folgend, ist mittlerweile auch der Absatz von Kiefer wieder möglich. Die Lärche hält unverändert ihr Nachfrage- und Preisniveau. In Vorarlberg erzielt Starkholz auch bei Tanne sehr gute Preise. Zu Beginn der Laubholzsaison ist die Nachfrage nach Eiche unvermindert stark, wenngleich der Preis bei schlechteren Qualitäten rückläufig ist.

Der Absatz von Rotbuche gestaltet sich schwierig, da der Export von Schnittholz nach China und Vietnam nahezu zum Erliegen gekommen ist. Eine Nachfragebelebung ist bei Ahorn spürbar. Die Laubwertholz-Submissionen in Oberösterreich und in Niederösterreich sind für 25. Jänner 2020 geplant.

Geringe Nachfrage nach Nadelindustrierundholz

Der hohe Einschnitt der Sägeindustrie führt auch zu einem Anfall großer Mengen an Sägenebenprodukten für die Papier-, Zellstoff und Plattenindustrie. Dementsprechend groß sind die Lagerstände und gering ist die Nachfrage nach Nadelindustrierundholz. Der Absatz ist nur bei strikter Kontingentierung möglich. Die Preise sind auf niedrigem Niveau stabil. Rotbuchenfaserholz wird bei hohen Lagerständen zu stabilen Preisen ebenfalls nur kontingentiert übernommen.

Die Abnehmer von Energieholz sind nach wie vor sehr gut bevorratet. Mengen außerhalb der Verträge sind nur zu Tiefstpreisen zu vermarkten. Fehlende Absatzmöglichkeiten für Faserholz führen zusätzlich zu einem Überangebot an Energieholz. Unzureichende Regelungen im Ökostromregime führten zu Werksschließungen und reduzieren die Nachfrage zusätzlich. Qualitätsbrennholz ist stark nachgefragt und kann zu ansprechenden Preisen abgesetzt werden.