Pflanzenzüchtung

Nachfolgeprojekt für klimafitte Sorten läuft an

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 17.08.2021 - 14:48

Österreichisches Vorgängerprojekt brachte 469 neue Zuchtlinien. Getreide, Sojabohnen und Kartoffeln stehen im Fokus.

Aussaat Gerste

Während der dreijährigen Projektperiode „Klimafit“ konnten 469 neue Zuchtlinien (Sorten) zur amtlichen Sortenwertprüfung angemeldet werden. Jetzt startet das Folgeprojekt „Klimafit 2“. Das teilte das Bundesagrarministerium mit. Es hatte zusammen mit den Bundesländern und Saatgut Austria 2018 das Projekt „Klimafit“ ins Leben gerufen.

Mit insgesamt 3 Mio. Euro wurden Vorarbeiten zur Züchtung klimafitter Sorten unterstützt, die an die Auswirkungen des Klimawandels angepasst sind. Das ist nach Auffassung des Ministeriums ein wesentlicher Beitrag zur künftigen Versorgung mit heimischen Produkten.

„Die Ergebnisse sprechen für sich. Jetzt gilt es die Sorten für die Bäuerinnen und Bauern in die Anwendung zu bringen. Mit der Fortsetzung des Projekts Klimafit schaffen wir die Basis für die Sorten der Zukunft,“ ist Agrarministerin Elisabeth Köstinger überzeugt.

1 Mio. € pro jahr für Nachfolgeprojekt

Das Nachfolgeprojekt „Klimafit 2“ zielt darauf ab, weiterhin die Grundlagen für die Entwicklung von neuen, dem Klimawandel angepassten Sorten zu schaffen. Züchtungen sind immer Prozesse über mehrere Jahre und zukunftsfitte Sorten sind die Basis für eine erfolgreiche, flächendeckende Landwirtschaft in Österreich. Das Nachfolgeprojekt legt den Fokus verstärkt auf Krankheitsresistenzen, Eiweißpflanzen und biologische Landwirtschaft. Bund und Länder stellen hierfür erneut 1 Mio. pro Jahr zur Verfügung.

Aufgrund der zunehmenden Hitzetage und steigendem Trockenstress sei weltweit ein Rückgang der Getreideerträge zu erwarten, so Anton Brandstetter, Geschäftsführer Saatgut Austria. „Unter unseren Bedingungen liegt der Fokus insbesondere auf Winterweizen und Wintergerste“, so Brandstetter. Bei der Sojabohne ermöglichen die intensive heimische Züchtungsarbeit sowie zahlreiche Versuche entsprechende Ertragsfortschritte.

Die Kartoffel bevorzugt ein gemäßigtes Klima und ist daher besonders vom Klimawandel betroffen. Die Züchter arbeiten laut Saatgut Austrias daher an toleranten Sorten, die mit weniger Wasser auskommen und die Knollenbildung und das Wachstum auch bei hohen Temperaturen nicht einstellen.“

Breites Versuchsnetz

Beim Vorgängerprojekt „Klimafit 1“ handelte es sich um Vorarbeiten zur Züchtung neuer Sorten mit erhöhter Öko-Stabilität, die bei unterschiedlichen Stress- und Extrembedingungen wie Hitze, Trockenheit, Frost oder Nässe stabile Erträge liefern.

Die Einbindung von österreichischen Versuchsstandorten führte zu spezifischen, an die Region angepassten Sorten, so das Ministerium. Durch das Einbeziehen von Standorten im inner- und außereuropäischen Ausland konnte ein sehr breites Versuchsnetz mit unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen gespannt werden. Damit konnten vielversprechende Zuchtlinien in Regionen getestet werden, in denen jetzt schon klimatische Bedingungen herrschen, wie sie in Zukunft klimawandelbedingt in Österreich zu erwarten sind.  

 

Laut Ministerium konnten alleine 2020 über alle Kulturarten 240 neue Kandidaten (Sorten) aus dem Projekt zur amtlichen Sortenwertprüfung angemeldet werden. Neben diesen kurzfristigen Erfolgen wurde die Basis für langfristige Anpassung der österreichischen Sorten gelegt.

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