Regionale Lebensmittel

Nachbessern bei Weideschlachtung

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 28.04.2021 - 09:45

Der Kommissionsentwurf zur Weideschlachtung stellt EU-Abgeordnete nicht zufrieden. Kleinere Betriebe haben das Nachsehen.

Europaparlament

Mit dem neuen Gesetzestext der EU-Kommission zur Weideschlachtung sind die EU-Abgeordneten nicht zufrieden. Der Entwurf soll Landwirten größere Flexibilität bei der Schlachtung von Schweinen, Rindern und Pferden am Herkunftsbetrieb einräumen. Treiber dafür sind der Ruf nach mehr Tierwohl, aber auch die Vermeidung von Risiken für die Menschen bei der Handhabung großer Nutztiere.

Voraussetzung für die Schlachtung und Ausblutung am Hof sollen aber strenge Hygienebedingungen und amtliche Kontrollen sein. Den Europaabgeordneten Simone Schmiedtbauer, Agrarsprecherin der ÖVP, und Thomas Waitz, Grünes Mitglied des Agrarausschusses, geht der Vorstoß der EU-Kommission zur lokalen Schlachtung jedoch nicht weit genug: „Die Praxisnähe fehlt, und die kleinen Betriebe werden durch den Vorschlag klar benachteiligt.“

Vorteile für kleine Betriebe kaum nutzbar

„Die EU-Kommission kommt einer langen Forderung der Landwirtschaft nach und erweitert die Möglichkeiten bei der Schlachtung am Hof - aber nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, so die beiden EU-Abgeordneten. Kleinere landwirtschaftliche Betriebe werden davon kaum profitieren können. Mit den anfallenden Tierarztkosten rentiere sich die Schlachtung am eigenen Betrieb oft nicht mehr, befürchtet Schmiedtbauer.

Die EU-Kommission muss sich laut Schmiedtbauer an ihre eigenen Farm to Fork-Strategie (Vom Hof auf den Tisch) orientieren. Darin setzt sie auf kürzere Kreisläufen und Regionalität - für mehr Tierwohl, Klimaschutz und Wertschöpfung am Land und Weg von den Massenschlachteinheiten. Auf diesem Weg sind die kleinen und mittleren Betriebe mitzunehmen, verlangt Schmiedtbauer.

Mit Material von aiz