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Milchverarbeitung

Milchstandort braucht Hilfe

Milchverarbeitung
European Dairy Association
am Montag, 28.10.2019 - 10:59

Der Kongress der Europäischen Milchwirtschaft in Wien zeigt Herausforderungen auf.

Wien - Der Milchstandort Österreich kann nur dann eine gute Zukunft haben, wenn die europäische Politik entsprechende Rahmenbedingungen für die kleinstrukturierte Milcherzeugung schafft. Das betonte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter, Helmut Petschar, anlässlich des Kongresses der Europäischen Milchwirtschaft vergangene Woche in Wien. Neben der Berücksichtigung struktureller und naturbedingter Erschwernisse brauche es zudem Unterstützung für die Qualitätsstrategie der Molkereien und eine systematische Verbesserung der Rahmenbedingungen auf den Lebensmittelmärkten.

Auf der Tagung sprach auch der Vorsitzende des europäischen Milch- industrieverbandes, Michel Nalet. Er betonte, dass die Milchwirtschaft vor großen Herausforderungen stehe. Unsicherheiten wie der USA/EU-Handelsstreit, der Brexit und der noch fehlende Mehrjährige EU-Finanzrahmen 2021-2027 bereiteten der Branche Sorgen.

Bundesministerin Maria Patek verwies in ihrer Rede auf die kleinstrukturierte Milchwirtschaft in Österreich und sprach sich erneut gegen die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Kürzungen bei den EU-Agrarförderungen aus. Norbert Lins (EVP), Präsident des Agrarausschusses im EU-Parlament sagte, er erwarte in den kommenden Monaten harte Verhandlungen rund um das mehrjährige EU-Budget und die EU-Agrarpolitik. Josef Braunshofer, Geschäftsführer der Berglandmilch, und Giuseppe Ambrosi, Präsident des italienischen Verbandes Assolatte, brachten dazu Forderungen der Molkereiwirtschaft ein.

Weitere Schwerpunkte der Tagung bildeten das Thema Nachhaltigkeit bei der Milchverpackung, Prognosen für den Milchmarkt, Fragen des Milchmarketings und Rezepte für den Zugang zu den unterschiedlichen Zielgruppen. Auch die globale Entwicklung der Milchwirtschaft und Exportchancen für die europäische Branche wurden erörtert. Aus aktuellem Anlass wurde dabei auch auf Einflüsse durch den Brexit und die US-Handelssanktionen Bezug genommen.