Milchmarkt

Milchpreis: Hechenberger kritisiert Tirol Milch

TirolMilch
Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 04.03.2021 - 08:39

Für Ärger sorgt die jüngste Preissenkung der Tirol Milch. Dabei hat sich die Marktlage bei Milch deutlich gebessert.

Bezirkshauptmann

Die unternehmerische Entscheidung der Berglandmilch, den Bauernmilchpreis zu senken, kritisiert LK-Präsident Josef Hechenberger. Er weiß, dass die Molkereien betriebswirtschaftlich agieren müssen und oft harte Verhandlungen mit den Handelsketten zu führen haben. "Was mir allerdings sauer aufstößt ist, dass der Handel auch in schwierigen Zeiten keine Rücksicht auf uns Produzenten nimmt und die Verarbeiter negative Preisentwicklungen gleich an unsere zuliefernden bäuerlichen Betriebe weitergeben. Bei Aufwärtstrends dauert es immer länger, bis diese bei den Milchbauern ankommen", stellt Hechenberger fest.

Die Berglandmilch, zu der auch die Tirol Milch gehört, ist die größte Molkerei Österreichs. Mit 1. März hat sie den Bauernmilchpreis laut LK Tirol völlig unerwartet um netto 1,4 Cent pro Kilogramm gesenkt. Bei einem Milchpreis von rund 40 Cent/kg entspricht das einer Senkung von 3,5 Prozent.
 

Hechenberger erwartet schnelle Preiskorrektur

Auch der Milchpreis für die Tiroler Bäuerinnen Bauern orientiert sich am internationalen Markt. Die Preisentwicklung war in den letzten Monaten konstant, ein Ausblick zeigt eigentlich aufsteigende Tendenzen. Natürlich beeinflusst die Coronakrise die nationalen und globalen Märkte.

Österreich sei von einem leicht schwächelnden Deutschen Markt betroffen, so der Kammerpräsident. Auch wenn der Wegfall von Gastronomie und Tourismus diesen Absatzweg negativ beeinflusse, sei die Preissenkung nicht leicht nachvollziehbar. Inzwischen hat sich die Marktlage aber in Deutschland deutlich gebessert. Die Preise für abgepackte Butter zum Beispiel sind bis Anfang Mai um gut 50 Cent/kg angezogen.

Hechenberger fordert daher die Unternehmensführungen zu mehr Rücksichtnahme auf die Produzenten auf. "Handel wie Verarbeiter müssen endlich einmal umdenken. Wenn die bäuerlichen Zulieferer aufgrund schlechter Preise zum Aufhören gezwungen werden, weil sich die Produktion einfach nicht mehr rechnet, ist es mit regionalen Milchprodukten vorbei", warnt der Bauernbundvertreter. Josef Hechenberger hofft auf eine ehestmögliche Öffnung der Gastronomie und fordert eine rasche Korrektur dieser Preissenkung.

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