Agrarförderung

Mehr Zuschüsse für Agrarkredite

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 21.06.2021 - 06:00

Österreich erhöht das Volumen für Agrarinvestitionskredite (AIK) von bisher 130 auf 180 Mio. €. Bis zu 50 Prozent Zuschuss möglich.

Gülle-Gruenland-emissionsarm

Österreichs Bauern stehen dieses Jahr 50 Mio. € mehr für Investitionsförderung zur Verfügung. 2021 erhöht Bundesagrarminister Elisabeth Köstinger das Kreditvolumen für Agrarinvestitionskredite (AIK) von bisher 130 auf 180 Mio. €. Bei Agrarinvestitionskrediten handelt es sich um mit Zinsenzuschuss geförderte Kredite. Der Zinszuschuss beträgt 36 Prozent, für manche Maßnahmen wie Geräte zur bodennahen Gülleausbringung in benachteiligten Gebieten sogar 50 Prozent. Die Laufzeit der Agrarinvestitionskredite beträgt für technische Maßnahmen maximal zehn und für bauliche Maßnahmen maximal zwanzig Jahre.

Nach Angaben des Ministeriums liegt der 50prozentige Zinszuschuss bei einem Kauf eines Güllefasses mit Schleppschlauchverteilers im Wert von 63.000 € rund 2.600 €. Unterstellt ist dabei ein Zinssatz von 1,5 Prozent und zehn Jahre Laufzeit des Kredits. Auch Zinszuschüsse für Digitalisierungsprojekte sind möglich.
 

Köstinger: Vorreiterrolle bei Tierwohl ausbauen

Höher fallen die absoluten Zuschüsse bei einem Neubau eines Stalles aus. Bei gleicher Laufzeit (zehn Jahre) und Zinssatz (1,5 Prozent) beträgt er schon 12.100 €. Dabei ist ein Kreditvolumen von 300.000 € unterstellt. „Mehr Tierwohl zu erreichen, geht nur gemeinsam mit den Bäuerinnen und Bauern,“hält der steirische Agrarlandesrat Hans Seitinger auf der Konferenz der Landesagrarreferenten fest

Die Erhöhung des Agrarinvestitionskreditvolumens ist nach Auffassung von Köstinger eine nächste wichtige Maßnahme, um noch mehr Projekte umzusetzen. „Damit unterstützen wir wichtige Projekte für unsere bäuerlichen Familienbetriebe,“ ist sich die Agrarministerin sicher.

Gleichzeitig verweist sie auf Österreichs Vorreiterrolle beim Tierwohl. So habe man den „Pakt für mehr Tierwohl in der produzierenden Landwirtschaft“ ins Leben gerufen. Dafür stehen 120 Mio. € Förderung für Investition in tiergerechte Haltungssysteme bereit. Sie sollen laut Köstinger helfen, „Österreichs Vorreiterrolle beim Tierwohl“ weiter auszubauen. Österreich gehört nach Ansicht der Ministerin zu den Ländern mit den höchsten Tierwohl- und Lebensmittelstandards. Im Ranking der Tierschutzorganisation „World Animal Protection“ liege Österreich unter 50 Staaten weltweit auf Platz 1, nennt Köstinger als Beleg.