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Mehr Almflächen in Oberösterreich

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 14.07.2022 - 14:26

Agrarlandesrätin Langer-Weninger zieht Bilanz in der Almwirtschaft

Moosalm-Oberösterreich

Das Land Oberösterreich bemüht sich unter dem Motto „Schützen durch Nützen“, die Bewirtschaftung der 422 Almen im Land mit 36 500 ha Fläche einschließlich der Waldweiden aufrechtzuhalten. Oberösterreichs Almen seien Naturjuwele, die Erholungssuchende aus der ganzen Welt anziehen, so Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger in einem Pressegespräch in der vergangenen Woche.

Die Almbauern schaffen laut Landesrätin in „harter und beschwerlicher Arbeit“ mit der Beweidung, die Almen offenzuhalten, und damit diese „einzigartige und ökologisch wertvolle Kulturlandschaft.“

Almfläche um 250 ha gesteigert

Oberösterreich unterstützt daher jährlich 30 bis 60 Almförderungsprojekte mit Gesamtkosten von rund 600 000 Euro und einem Fördervolumen von rund 300 000 €. In den letzten 20 Jahren sind so 250 ha Almfläche durch Rodung neu gewonnen und 35 Almgebäude errichtet worden. Im Gegenzug konnten in den letzten Jahren nach Landesangaben durchschnittlich 550 ha pro Jahr an Waldflächen von den darauf lastenden Waldweiderechten entlastet werden.

Im Schnitt 3000 €/ha an Förderung

Das Land Oberösterreich förderte diese Maßnahmen mit durchschnittlich 3000 €/ha Landes- und co- finanzierten Fördermitteln. Daneben unterstützt das Land die Almbauern unter anderem bei notwendigen Vermessungsmaßnahmen, Beratung und Sachverständigenleistungen in Almangelegenheiten, ebenso beim Almschutz und Almentwicklung nach dem Alm- und Kulturflächenschutzgesetz sowie bei bauliche Adaptierungsmaßnahmen von Almwirtschaftsgebäuden, um einen Almausschank als Nebengewerbe der Land- und Forstwirtschaft zu ermöglichen.

6000 ha offene Weideflächen

Im Sommer 2020 sind 4653 Rinder, 902 Schafe 78 Pferde und 51 Ziegen von 636 tierhaltenden Betrieben aufgetrieben worden. Der Almkataster weist 638 Almen mit rund 6000 ha offener Weideflächen und rund 700 Wirtschaftsgebäuden aus. Zwei Drittel der Almen werden aktiv bewirtschaftet.

50 % der Almen sind Einzel- oder Privatalmen, 40 Prozent Einforstungsalmen mit Weiderechten auf Fremdgrund und 10 % Gemeinschaftsalmen.

Überwiegend Mittel- und Neideralmen

Oberösterreichs Almen sind vorwiegend Mittel- und Niederalmen und befinden sich großteils auf einer Seehöhe zwischen 800 m und 1700 m.

Die oberösterreichischen Almregionen (Salzkammergut, Eisenwurzen und Tennengau & Westliches Salzkammergut) zählen zu den östlichen Hochalpen und charakterisieren sich dadurch, dass sie vorwiegend von Galtvieh (Jungrindern) beweidet werden. In den östlichen Almregionen Österreichs sind bereits mehr als 80 % der Almen Galtviehalmen – Tendenz steigend.

Appell an Touristen, achtsam zu sein

Gleichzeitig bittet die Landesrätin Erholungssuchende darum, „Achtsamkeit und Respekt im Umgang mit Natur und Weidevieh an den Tag zu legen“. Verhaltensregeln sollen ein gutes Miteinander und für einen für alle Seiten erfreulichen Almbesuch sorgen, verweist sie auf den Folder „Miteinander auf Österreichs Almen“ und die Website www.sichere-almen.at. Almen haben vielfältige Funktionen wie Schutz vor Naturkatastrophen, Förderung ökologischer Vielfalt, Erholungsraum und Brauchtumsplatz und sie bringen Wertschöpfung in die Region.

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