Agrarpolitik

Langer-Weninger: Höhere Preise für Bauern nötig

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 08.11.2021 - 10:28

Oberösterreichs Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger stellt Maßnahmenprogramm vor.

Michaela Langer-Weninger-Agrarlandesrätin

Die neue oberösterreichische Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP) will sich künftig für „jeden einzelnen Betrieb“ einsetzen, weil die Menschen dahinter das soziale Leben und die Wirtschaft vor Ort bereicherten, die heimische Kulturlandschaft pflegen und klimafreundlich in geschlossenen Kreisläufen beste Lebensmittel produzierten.

„Mein Ziel ist ganz klar, die Vielfalt und Anzahl der heimischen Betriebe hochzuhalten und dadurch unsere ländlichen Regionen zu stärken,“ so die Landesrätin vergangene Woche. 

Sie will dabei auch „unbequeme Tatsachen konsequent“ ansprechen. Dazu gehört ihrer Meinung auch dass die in Oberösterreich vorherrschenden Familienbetriebe nicht mit Produktpreisen überleben können, die auf internationalen Märkten gebildet werden. „Der Erhalt unserer Agrarstruktur wird langfristig nur über eine faire Leistungsabgeltung und damit höhere Produktpreise möglich sein,“ ist die ehemalige Kammerpräsidentin überzeugt. So strebt sie an, Verhandlungsposition der Landwirtschaft stärken, um den gesunkenen Anteil an der Lebensmittelwertschöpfung wieder zu heben.

Verschlanktes Jagdgesetz angekündigt

Sie sieht im „Dreiklang Gemeinden-Landwirtschaft-Ehrenamt auch in Zukunft den Garant“ für ein lebenswertes Oberösterreich der Regionen. In Oberösterreich erwirtschaften die Betriebe einen vergleichsweise großen Anteil ihres Einkommens mit der eigenen Produktion und nicht aus öffentlichen Unterstützungen. Das soll laut Langer-Weniger auch für die Zukunft so bleiben. Dazu brauchen wir alle relevanten Akteure bis hin zu den Konsumentinnen und Konsumenten. Aus Wertschöpfung muss Wertschätzung entstehen,“ so ihr Credo.

Damit die Waldbauern künftig besser für klimafitte Wälder sorgen können, will sie unter anderem dem Landtag ein modernisiertes und verschlanktes Jagdgesetz vorlegen. Daneben will sie für das Ziele einer aktiven Waldbewirtschaftung alle maßgeblichen Akteure einbinden, von der Forstwirtschaft, der Jagd und den Freizeitnutzerinnen und -nutzern über die Holzverarbeiter bis hin zu den Abnehmern in Form der Bauunternehmen.

Flächendeckende Bewirtschaftung sichern

In ihrer Antrittspressekonferenz nannte sie noch weitere Maßnahmen, die sie anpacken will. Flächendeckende Bewirtschaftung soll durch passende Programme in der ländlichen Entwicklung erhalten werden, die Investitionsförderung will sich absichern sowie die landwirtschaftliche Praxis weiterentwickeln, um negative Auswirkungen auf Naturhaushaltung und Artenvielfalt zu vermeiden.

Die Landesrätin kündigte eine Solaroffensive an, sowie den Ausbau der Beratungsleistungen für energieautarke Bauernhöfe. Den Innovationstopf für den Ausbau der agrarischen Vielfalt will sie verstärken und die Vorreiterrolle im Tierwohl weiter ausbauen.

Ihr Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
blw digital iphone blw digital macbook
Hefttitelbild Printausgabe Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt