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Flächenverbrauch

Landfraß: Sollen es Kinder jetzt richten?

Gewessler_Totschnig
Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 02.11.2022 - 11:12

Umwelt- und Landwirtschaftsministerium in Österreich haben neue Unterrichtsmaterialien erarbeiten lassen. Doch die Politik bleibt in der Verantwortung.

Um den Bodenverbrauch zu senken, setzen Umweltministerin Leonore Gewessler und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig auf den Bildungsbereich. Dafür haben sie neue Unterrichtsmaterialien für Schulen erarbeiten lassen.

Indes ist es der Politik bisher nicht gelungen, den täglichen Flächenverbrauch von 11,5 ha deutlich zu verringern. Im Regierungsprogramm ist das Ziel verankert, die Flächeninanspruchnahme bis 2030 weiter auf 2,5 Hektar täglich zu senken. Immerhin betonen die Gewessler und Totschnig, den Flächenverbrauch in den vergangenen zehn Jahren auf 11,5 Hektar pro Tag halbiert zu haben.

Auf der Homepage der Umweltbildung heißt unter anderem, Österreich liege mit dem Flächenverbrauch im europäischen Spitzenfeld. Vielleicht sollten Gewessler und Totschnig doch noch mal die Schulbank drücken, damit ihnen bewusst wird, mehr gegen den Flächenverbrauch unternehmen zu müssen.

Im Auftrag von BML und BMK wurde das Forum Umweltbildung mit der Ausarbeitung von Unterrichtsmaterialien unter dem Titel „Die Zukunft unseres Bodens – Boden schützen und nachhaltig nützen“ beauftragt. Die Unterlagen stehen unter www.umweltbildung.at/bodenschutz zur Verfügung.

Um das Regierungsziel von 2,5 ha pro Tag zu erreichen, ist für Klimaschutzministerin Leonore Gewessler „völlig klar, dass wir nur dann Erfolg haben, wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten“. Deshalb wolle man mit passenden Materialen die Bedeutung des Bodenschutzes auch im Unterricht ins Zentrum rücken.

„Boden ist begrenzt, daher muss es unser aller Ziel sein, den Flächenfraß in Österreich zu reduzieren. Wenn es um Bewusstseinsbildung zum Schutz unserer natürlichen Ressourcen geht, müssen wir schon bei den Kindern anfangen,“ ergänzt Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig.

Kombinieren mit anderen Fächern möglich

In den Unterlagen wird ein umfassender Ansatz zum nachhaltigen Umgang mit dem Boden verfolgt, von den Auswirkungen der Bodenversiegelung auf den Oberflächenabfluss bis hin zur Kohlenstoffspeicherung. Die didaktischen Materialien umfassen digitale Tools, eine Begleitbroschüre mit Hintergrundinformationen für Workshops sowie ein Lernplakat „Wie viel Boden brauchen wir?“

Laut den beiden Ministerien lassen sich Bezüge zum Lehrplan insbesondere bei Biologie und Umweltkunde, Geografie und Wirtschaftskunde oder Chemie leicht herstellen. Die Materialien seien so aufbereitet, dass sie auch in der Erwachsenenbildung eingesetzt werden können, heißt es.

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