Almwirtschaft

Kühe auf Wanderkarten

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 08.06.2021 - 17:44

Auf dem dritten Almengipfel ist ein neuer Service für Weidetierhalter und Wanderer initiiert worden.

Alm-Kühe-Wanderer-Hund-Österreich

Beim dritten Almengipfel vor dem Start der Almsaison 2021 haben die Teilnehmer vier Schwerpunkte festgelegt und einen neuen Kartenservice für Wanderer beschlossen. Er soll sie auf Weidetiere auf Almen hinweisen. Seit dem Corona-Krisenjahr 2020 hat die Bergwelt noch mehr Anziehungskraft gewonnen. Viele Gäste sind zum ersten Mal auf den Almen unterwegs. Auf Einladung von Bundesministerin Elisabeth Köstinger haben Experten von Ländern und Gemeinden, Tourismus-, Freizeit- sowie Alm- und Landwirtschaft Maßnahmen für ein gutes Miteinander auf Österreichs Almen beraten. Gleichzeitig haben sie die bestehenden 10 Verhaltensregeln in Erinnerung gerufen (www.sichere-almen.at).

Auch heuer startet wieder eine umfassende, flächendeckende Informationsoffensive. Landestourismusorganisationen erhalten Folder mit Erklärung der Verhaltensregeln, um sie in den Regionen weiter zu verteilen. Die Wirtschaftskammern informieren die Tourismusbetriebe. Almbäuerinnen und Almbauern bitten die Experten auf die Verhaltensregeln aufmerksam zu machen. „Obwohl es klare Verhaltensregeln gibt, stellen wir immer wieder fest, dass manche Almbesucher diese nicht kennen oder bewusst missachten. Darum starten wir heuer eine weitere Informationsoffensive. Denn es geht hier vor allem um Respekt gegenüber unseren Almbäuerinnen und Almbauern,“ meint Köstinger.

Warnung vor Kühen auf Wandertouren

Vor allem legt der Almengipfel Wert auf Müllvermeidung und die richtige Entsorgung des Mülls. Die Vermüllung auf der Alm wird zu einer immer größeren Herausforderung. „Gegenseitige Rücksichtnahme ist die Basis für ein gutes Miteinander am Berg bzw. in der Natur. Das betrifft insbesondere auch das zunehmende Problem des Wegwerfens von Müll. Grundsätzlich ist es ganz einfach: alles Gepäck, das nach oben getragen wird, findet auch wieder den Weg ins Tal,“ so Gerald Dunkel-Schwarzenberger, Präsident des Verbands alpiner Vereine Österreichs.

Daneben sollen Almbesucher erstmals ab Anfang Juli zusätzliche Informationen über Mutterkühe bzw. Weidevieh in Online-Tourenkarten der Alpenvereine erhalten. So können sie sich bereits bei der Tourenplanung informieren, wo sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Mutterkühe bzw. Weidetiere aufhalten können. In diesem Fall erhalten die Touristen gleichzeitig Informationen, wie sie sich im Umgang mit Weidevieh richtig verhalten – vor allem, wenn sie mit einem Hund unterwegs ist. Dieser neue Karten-Service ist derzeit in der finalen Phase.

Mehr Werbung für Almprodukte

Daneben wollen die Teilnehmer Almprodukte „vor den Vorhang“ holen! Österreichs Almbäuerinnen und Almbauern produzieren regionale Produkte in bester Qualität. Ziel ist, die Vermarktung von Almprodukten zu intensivieren, damit sich noch mehr Wanderer ein Stück Alm mit nach Hause nehmen können.

Der Verein Almwirtschaft Österreich hat als Dachverband aller Almwirtschaftsvereine der Bundesländer gemeinsam mit der AMA Marketing entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen, damit eine Vermarktungsinitiative für Almprodukte gestartet werden kann. Das übergeordnete Ziel ist eine höhere Wertschöpfung für die Almen durch qualitäts- und herkunftsgesicherte Almprodukte und die neuen Marken „Von der Alm“, „Alm“ sowie „Von der Alp“ und „Alp“. Derzeit werde intensiv daran gearbeitet Almen und Betriebe aus dem Bereich der Verarbeitung für die Initiative zu gewinnen, heißt es.

Nach Meinung von Erich Schwärzler, Bundesobmann Almwirtschaft Österreich ist Almwirtschaft und Tourismus sind eine „Zukunftspartnerschaft“. Die Touristen und insbesondere auch die Einheimischen hätten Sehnsucht nach den gepflegten Landschaften der Almen. „Der Kauf von Almprodukten trägt dazu bei, dass dieser Sehnsuchtsort auch langfristig erhalten bleibt,“ so der Bundesobmann.

Österreichweit werden rund 8.000 Almen bewirtschaftet. Insgesamt werden rund 432.000 Tiere aufgetrieben: 10.000 Pferde, 300.000 Rinder, 110.000 Schafe, 12.000 Ziegen.