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Versorgungssicherheit

Konzept für Versorgungssicherheit

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Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 24.11.2022 - 18:18

Österreichs Landwirtschaftskammer will alle Bereiche auf Schwachpunkte abklopfen.

Wien Die Landwirtschaftskammer Österreich will es jetzt wissen. Kammerpräsident Josef Moosbrugger hat für alle Fachbereiche eine Analyse und ein Strategiekonzept zur Versorgungssicherheit in Auftrag gegeben. Während die letzten Monate nach Ausbruch des Ukraine-Russland-Kriegs vom akuten Krisenmanagement geprägt waren, soll das Ergebnis dieser Arbeit als Leitfaden für die weitere interessenspolitische Tätigkeit dienen.

Die weltpolitische Lage beweist nach Meinung von Moosbrugger, wie unverzichtbar eine vitale Land- und Forstwirtschaft im eigenen Land für die Versorgung unserer Bevölkerung mit Lebensmitteln, erneuerbarer Energie und Rohstoffen ist. Im Lebensmittelbereich sei es trotz aller Krisen bisher gelungen, die Menschen mit ausreichend Qualitätsprodukten zu beliefern. „Diese Versorgungssicherheit ist aber keineswegs selbstverständlich. Wir müssen vielmehr aktiv etwas unternehmen, damit diese erhalten bleibt“, betonte der Kammerpräsident Die Fachbereiche der Kammer sollen vorhandene „Achillesfersen“ und Ansatzpunkte für Verbesserungen erheben. Diese Erkenntnisse sollen in ein land- und forstwirtschaftliches Strategiekonzept zur Versorgungssicherheit münden. Dieses soll laut Kammer eine umfassende, fachliche Grundlage für unsere weitere Arbeit in Politik, Bildung und Beratung darstellen.

Schmerzhafte Energieabhängigkeit

Als „schmerzhafte Erkenntnis“ sieht Moosbrugger, wie abhängig Österreich von Energie-, Gas- und Treibstoffimporten aus politischen Krisenregionen ist, auch in der Produktion von Lebensmitteln. Daher sei die Kammer mit ihren Forderungen und Bestrebungen schon lange richtig gelegen, erneuerbare Rohstoffe und Energieeffizienz in eigenen Sektor voranzutreiben. Der Kammerpräsident verlangt daher, in allen Weiterentwicklungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden – auf europäischer genauso wie auf nationaler Ebene.

EU-Gremien sollten schneller arbeiten

Von den EU-Gremien erwartet er sich mehr Flexibilität und Tempo. „Wir brauchen echte Nachhaltigkeit, die Wirtschaftlichkeit, Soziales und Ökologie vereint“, hob der LKÖ-Präsident hervor. So müsse die EU-Politik faktenbasiert und nicht ideologisch handeln. „Sie sollte nicht ständig unserer multifunktionalen Land- und Forstwirtschaft weitere Prügel vor die Füße werfen und damit nur klimaschädliche Importe fördern“, so Moosbrugger. Er spielt dabei vor allem auf die Brüsseler Vorschläge zur Halbierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes bis 2030 oder die Begrenzung des Holzeinsatzes zur Wärmeerzeugung über die geplante Energiereichtlinie RED III.

Der Kammerpräsident sieht die „umweltfreundlich wirtschaftende Land- und Forstwirtschaft in Österreich als ein unverzichtbarer Zukunftssektor“. Ihre Bedeutung für die Versorgungssicherheit sollte nicht nur akzeptiert, sondern auch geschätzt und in allen Politikbereichen verankert werden“, fordert der LKÖ-Präsident.

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