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Forst

Keine neuen Auflagen für Waldbauern

Forst
jk
am Dienstag, 10.03.2020 - 13:02

Holzwirtschaft in Österreich wehrt sich gegen Waldstilllegung.

Wien - In einem offenen Brief spricht sich Ökonomierat Präsident Franz Titschenbacher, Vorsitzender des Ausschusses für Forst- und Holzwirtschaft der Landwirtschaftskammer Österreich, gegen die Verschärfungen beim FCS-Zertifizierungssystem. Die forstlichen Interessenvertretungen in Österreich haben laut Titschenbacher rein zufällig erfahren, dass die Firma GFA-Certification im Auftrag des Forest Stewardship Council (FSC) ein Konsultationsverfahren zu einem „FSC Interim National Standard für Österreich, Entwurf 1.0“ bereits im Februar gestartet hat.

Das FSC-Zertifizierungssystem verfolgt das Ziel, nennenswerte Waldflächen aus der Bewirtschaftung zu nehmen, um aus Sicht des FSC „nachhaltig“ zu sein. Jede Außer Nutzung Stellung erhöhe jedoch den Nutzungsdruck auf die verbleibenden Flächen, heißt es im Schreiben.
In Europa und Österreich verfolgen die Waldbesitzer seit Generationen eine sehr erfolgreiche multifunktionale und nachhaltige Waldbewirtschaftung, um die wesentlichen Ökosystemdienstleistungen auf möglichst der gesamten Waldfläche erbringen zu können.

Neukonzept abgelehnt

Aus diesen Gründen lehnen die forstlichen Interessenvertretungen und Verbänden in Österreich das FSC-Konzept grundsätzlich ab. Noch vor drei Jahren stellte der FSC-Deutschland bei einer Risikobewertung für Österreich ein gutes Zeugnis für die Waldbewirtschaftung aus. Die gesetzliche Interessenvertretung hat sich damals in diesen Prozess eingebracht, um die Wettbewerbsfähigkeit der Holz verarbeitenden Industrie auf den globalen Märkten nicht zu gefährden. Dies wird laut dem Offenen Brief auch als völlig ausreichend angesehen, an einem eigenen Waldstandard für Österreich wird keinerlei Bedarf gesehen.
Weiter heißt es im Brief: „Jedes Ergebnis aus dem Konsultationsprozess ist als eine Sammlung von Einzelmeinungen zu werten, kann aber die notwendige akkordierte Meinungsbildung über den Weg der gesetzlichen und freiwilligen forstlichen Interessenvertretungen in Österreich nicht ersetzen. Der „FSC-Waldstandard für Österreich“ wird daher von forstlichen Interessenvertretungen nicht anerkannt werden.“