Landwirtschaftskammerwahlen

Kammerwahl: UBV geht in Kärnten als klarer Sieger hervor

Josef Koch
Josef Koch
am Sonntag, 07.11.2021 - 19:38

Kärntner Bauernbund behauptet jedoch bisherige Mandate, Freiheitliche erleiden deutliche Verluste.

Heimo Urbas_Sept 2021

Am 7. November 2021 mit Vorwahltermin 29. Oktober 2021 waren die Mitglieder der Landwirtschaftskammer Kärnten aufgerufen, ihre Standesvertretung neu zu wählen. Der Leiter der Landeswahlbehörde, Gerhard Jesernig, gab das Ergebnis in Bildungshaus Schloss Krastowitz bekannt.

Als Sieger ging der Unabhängige Bauernverband (UBV) hervor. Spitzenkandidat Heimo Urbas trat zum ersten Mal bei den Wahlen zum Kärntner Bauernparlament an und konnte auf Anhieb 5,98 % der Wählerstimmen auf sich vereinigen. Wie die LK Kärnten mitteilt, entspricht dies zwei Mandaten. Diese verlor indes die Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft. Sie erhielt nur 7 statt bisher neun Mandate. Mit 20,53 % büßte sie rund 5,3 % in der Wählergunst gegenüber 2016 ein.

Muhr-Manfred-Freiheitliche-Bauern-Kärnten

Bei den übrigen Fraktionen kam es dagegen nur zu geringfügigen Änderungen. Der Kärntner Bauernbund erreichte 46,31% der Stimmen. Gegenüber den letzten Wahlen 2016 ist das ein kleines Minus von 0,84 Prozentpunkten. Damit erreichte Spitzenkandidat Siegfried Huber nicht sein Ziel, trotz einer größeren Anzahl an jungen Bäuerinnen und Bauern sowie Kandidatinnen unter den vorderen Listenplätzen mehr Stimmen auf sich zu vereinigen. Mit 18 Mandaten erhielt er dennoch so viele wie bisher.

Trotz eines leichten Rückgangs auf 10,89 % (-1,6%) behaupteten die SPÖ-Bauern ihre bisherigen 4 Mandate. Ebenso viele erhielten auch die Südkärntner Bäuerinnen und Bauern/SJK. Sie konnten mit 11,66% allerdings um 0,71 Prozentpunkte zulegen. Ein Plus von einem Prozentpunkt verbuchten die Grünen Bäuerinnen und Bauern auf sich. In der Auszählung landeten sie bei 4,63%. Damit konnten sie ihr bisheriges Mandat behaupten.

Gegenüber 2016 gingen aber nur 36 Prozent der 62.523 Stimmberechtigen zur Wahl. Damit sank die Wahlbeteiligung um rund 3,8 Prozentpunkte.

Moosbrugger gratuliert Huber zur stärksten Fraktion

Huber_Siegfried-BB Kärnten

Der Präsident der LK Österreich, Josef Moosbrugger, gratulierte dem amtierenden LK Kärnten-Präsidenten und Spitzenkandidaten der stimmenstärksten Fraktion, Siegfried Huber, zum Ergebnis der Landwirtschaftskammer-Wahl. Angesichts der enormen Herausforderungen sei es entscheidend, dass die Kärntner Bäuerinnen und Bauern die konstruktiven Kräfte ihrer Interessenvertretung klar an der Spitze bestätigt haben.

Zukunftsorientierung, Stabilität und hohes Engagement für mehr Wertschätzung und mehr Wertschöpfung machen sich laut Moosbrugger bezahlt und müssen in der Kammerarbeit weiterhin im Fokus stehen. „Das ist nicht nur für die Bäuerinnen und Bauern entscheidend, sondern auch für die Versorgung der Gesamtbevölkerung mit Lebensmitteln, nachwachsenden Rohstoffen und Energie. Eine starke regionale Land- und Forstwirtschaft ist kein Luxus, sondern ein zentraler Sicherheitsfaktor der Zukunft.“
 

Astrid Brunner soll Vizepräsidentin werden

Moosbrugger begrüßt die Pläne, in der konstituierenden Vollversammlung Astrid Brunner zur 1. Vizepräsidentin der LK Kärnten zu bestellen und somit die Bäuerinnen auch in der Landwirtschaftskammer-Führung deutlich aufzuwerten.

Österreichs Kammerpräsident Moosbrugger appellierte an alle Fraktionen, jede einzelne Stimme als Verantwortung und Arbeitsauftrag im Sinne der Kärntner Bäuerinnen und Bauern wahrzunehmen. Er forderte alle künftigen Kammerrätinnen und -räte Kärntens auf, nach dem intensiven Wahlkampf wieder das Verbindende vor das Trennende zu stellen. „Gemeinsam sind zukunftsweisende Lösungen zu erarbeiten und sowohl auf Landesebene, als auch in Abstimmung mit den anderen Fraktionen bzw. Ländern auf Bundesebene umzusetzen“, unterstricht der LK Österreich-Präsident.

Mit zielführenden Bildungs- und Beratungsangeboten und Bauern-Power in der Interessenvertretung wird der LK Kärnten nach Moosbruggers Auffassung weiterhin viel gelingen. „Funktionäre und Mitarbeiter müssen alles daran setzen, ihren Mitgliedern gute Wegbereiter und -begleiter zu sein“, so Moosbrugger.

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