Landwirtschaftskammerwahlen

Kammerwahl: Reaktionen aus Oberösterreich und der Steiermark

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 25.01.2021 - 09:49

Nach den Kammerwahlen in Oberösterreich und in der Steiermark gibt es erste Bewertungen Ergebnisse. Hier eine Übersicht.

Hiegelsberger-Langer-Weninger-Stelzer

„Zwei Drittel der Wählerinnen und Wähler haben uns ihr Vertrauen geschenkt. Dafür bedanke ich mich sehr herzlich bei den Bäuerinnen und Bauern und freue mich über diesen klaren Auftrag," sagte gestern Bauernbund-Spitzenkandidatin Michaela Langer-Weninger zum Ausgang der Landwirtschaftskammerwahl. Trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen auf den Höfen, welche durch das Coronavirus verursacht wurden, sei es den anderen Fraktionen unter dem Motto „Alle gegen den Bauernbund“ nicht gelungen, die erfolgreiche und zukunftsweisende Arbeit des Bauernbundes schlecht zu reden, so die Kammerpräsidentin.

Insgesamt wird der Bauernbund künftig mit 24 von 35 Mandaten in der Vollversammlung vertreten sein, davon sind 9 Frauen, also mehr als ein Drittel der Mandate sind von Frauen besetzt. Das Durchschnittsalter aller Kandidatinnen und Kandidaten beträgt rund 45 Jahre.

Langer-Weninger versprach nach der Wahl, kompetente und ehrliche Agrarpolitik ohne populistische Forderungen zu machen und allen Bäuerinnen und Bauern auf Augenhöhe und mit persönlicher Wertschätzung zu begegnen. 

Hiegelsberger: Erfolglose Hetze gegen Bauernbund

Zufrieden zeigte sich auch Agrarlandesrat und Bauernbundlandesobmann Max Hiegelsberger mit dem Ergebnis. Er ist überzeugt, dass die Kammerpräsidentin schon bisher eine "hervorragende Arbeit" geleistet habe und das auch nach der Wahl tun werde. Die Hetze gegen den Bauernbund sei erfolglos gewesen. „Ob die Verhandlungen für die Gemeinsame Agrarpolitik, die dringend nötigen Hilfen für Rinder- und Schweinebauern, die Umsetzung der Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie, die Ablehnung des EU-Mercosur-Freihandelsabkommens oder vieles mehr – diese Themen brauchen eine starke agrarische Vertretung. Wir sind dafür bestens aufgestellt“, so der Bauernbund-Landesobmann.

Bauernbunddirektor Wolfgang Wallner sieht den Wahlauftrag, für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern Lösungen zu finden und umzusetzen. Man werde nun sofort wieder an die Arbeit gehen, denn auf den Bauernbund sei auch nach der Wahl Verlass.

"Das Team des Unabhängigen Bauernverbandes kann sich über das beste Ergebnis seit Bestehen freuen", kommentiert der UBV-Spitzenkandidat Karl Keplinger das Wahlergebnis. 18,70 % seien Plus von 4,36 Prozentpunkten. Der Abstand zum Bauernbund in Stimmen gemessen beträgt laut UBV nur 29.198 Stimmen, für den UBV habe 11.738 Landwirte gestimmt, so die UBV-Anayse.

Steirischer Bauernbund bleibt stärkste Fraktion

Titschenbacher-Pein

Gemäß vorläufigem Ergebnis ist der Steirische Bauernbund stimmenstärkste Fraktion und bleibt weiterhin gestaltende Kraft in der Landwirtschaftskammer und in den Bezirkskammern. In seiner ersten Reaktion bedankt sich der amtierende Präsident und Spitzenkandidat des Steirischen Bauernbundes Franz Titschenbacher für das "große Vertrauen" der steirischen Bäuerinnen und Bauern. "Ich freue mich, dass wir mit einem großartigen Team, das die Vielfalt der heimischen Landwirtschaft widerspiegelt, auch weiterhin als bestimmende Kraft die Zukunft der steirischen Land- und Forstwirtschaft gestalten dürfen. Wir sehen das als Auftrag, mit ganzer Kraft an die Arbeit zu gehen und verlässlicher und unterstützender Wegbegleiter in herausfordernden Zeiten zu sein,“  verspricht Titschenbacher.

Der Unabhängige Bauernverband (UBV) erreichte 11,43 Prozent und somit ein Plus von 2,9 Prozent. Spitzenkandidat Johann Ilsinger räumte ein: „Unser hochgestecktes Wahlziel von einer Verdoppelung der Mandate haben wir leider nicht erreicht. Jedoch gab es in einigen Bezirken enorme Zugewinne, die uns sehr freudig stimmen", Er verspricht, dass sich der UBV in Zukunft mit voller Kraft für die Bäuerinnen und Bauern einsetze wird, mit dem Ziel, das landwirtschaftliche System langfristig zu ändern.“

SPÖ-Bauern und Grüne neu in Vollversammlung

SPÖ-Bauern – steirisches Landvolk ziehen wieder in die Landeskammer ein, nachdem sie in der vergangenen Funktionsperiode waren die SPÖ-Bauern in der Vollversammlung der Landeskammer nicht vertreten. Sie kamen auf 6,88 Prozent der Stimmen, was einen Zuwachs von 0,13 Prozent bedeutet. SPÖ-Spitzenkandidat  Josef Moosbrugger ist mit seinem gesamten Team und mit den Ergebnissen "sehr zufrieden". Das Ergebnis sei ein klarer Auftrag, das Wahlprogramm der SPÖ-Bauern in die Landwirtschaftskammer einzubringen und umzusetzen.“

Eine Wahlschlappe kassierten die FPÖ-Bauern. Das Ergebnis haben sie fast halbiert. Die FPÖ-Bauern bringen es bei der Kammerwahl 2021 auf 6,17 Prozent und müssen damit ein Minus von 5,93 Prozent hinnehmen. 2016 waren sie mit 12,10 Prozent noch die zweitstärkste Fraktion.  Spitzenkandidat Albert Royer: „Große Enttäuschung über die generell geringe Wahlbeteiligung! Punktuell konnten wir Freiheitliche Bauern jedoch durchaus zufriedenstellende Ergebnisse erzielen.“

Der grüne Spitzenkandidat Bundesrat Andreas Lackner empfindet den gestrigen Wahlsonntag als einen "historischen Tag", weil die Grünen erstmals den Einzug in die Kammer geschafft haben. Nachdenklich stimmt ihn allerdings die sehr geringe Wahlbeteiligung von rund 30 Prozent. Die Grünen Bauern erreichen gemäß kammerinternen Berechnungen zwei Mandate. Sie konnten von 2,91 Prozent auf 5,27 Prozent zulegen und erreichten somit ein Plus von 2,3 Prozent.

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