Landwirtschaftskammerwahlen

Jünger, weiblicher und Familienbetriebe im Blick

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 12.01.2021 - 07:45

Gestern hat der Bauernbund Oberösterreich seine Kandidaten und Wahlprogramm für die Kammerwahl präsentiert. Jünger und weiblicher tritt der Bund an.

Langer-Weniger-Hiegelsberger

"Für unsere Höfe. Für unsere Heimat." lautet das Programm des Oberösterreichischen Bauernbunds für die Landwirtschaftskammerwahl am 24. Jänner. 129.178 wahlberechtigte Bäuerinnen und Bauern sowie Grundeigentümer wählen 35 Mitglieder der Landwirtschaftskammer-Vollversammlung. Gleichzeitig entscheidet das Wahlergebnis auf Ortsebene über die Zusammensetzung von 424 Ortsbauernausschüssen, in denen insgesamt 3.236 Mandate zu vergeben sind.

Spitzenkandidatin und Landwirtschaftskammer (LK) Oberösterreich-Präsidentin Michaela Langer-Weninger sowie Bauernbund-Landesobmann und Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger präsentierten gestern (11.1.) die Kandidatinnen und Kandidaten sowie das Programm des OÖ Bauernbundes. "Gerade die Situation im vergangenen Jahr hat deutlich gemacht, wie notwendig eine stabile und sichere Vertretung für uns Bäuerinnen und Bauern ist", betont Langer-Weninger. Sie führt die 93 Kandidatinnen und Kandidaten umfassende Landesliste "OÖ Bauernbund - Team Langer-Weninger" an.

Die LK OÖ-Präsidentin freut sich über eine Verjüngung und eine deutliche Anhebung der Frauenquote. "Mit unserer aktuellen Landesliste werden wir im Vergleich zu den derzeitigen Kammerräten den Frauenanteil von 29% auf fast 38% steigern und das Durchschnittsalter von 48 auf unter 43 Jahre senken", freut sich Langer-Weninger.

Von Agrarreform bis Soforthilfen

"Wir stellen nicht nur auf Landesebene, sondern auch in den Orten ausgezeichnete Kandidaten für die Landwirtschaftskammerwahl auf", ist Hiegelsberger überzeugt. Und das sei für die Landwirtschaft besonders wichtig. "Denn wo andere vor der Wahl groß reden, ist oft nach der Wahl niemand mehr da. Bis zu einem Drittel der Mandate in den Ortsbauernschaften werden von manch anderen Fraktionen nicht besetzt. Im Prinzip ist eine Stimme für solch eine Fraktion damit eine verlorene", so Hiegelsberger.

Gerade für die Zukunft, in der es nicht nur zahlreiche agrarische Themen zu verhandeln gilt, sondern in der es auch um eine intensive Kommunikation in Richtung Konsumenten, verarbeitende Betriebe und Handel geht, braucht es laut Bauernbund Persönlichkeiten, die die Landwirtschaft mit Weitblick vertreten.

"Ob die Verhandlungen für die Gemeinsame Agrarpolitik, die dringend nötigen Hilfen für Rinder- und Schweinebauern, die Umsetzung der Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie, die Ablehnung des EU-Mercosur-Freihandelsabkommens und vieles mehr - diese Themen werden eine starke agrarische Vertretung benötigen. Wir sind dafür bereit und bestens aufgestellt", betont Langer-Weninger.

Ziel: Familienbetriebe stärken

Der OÖ Bauernbund geht mit einem ambitionierten Programm in die Wahlen zur Landwirtschaftskammer. Darin wird deutlich, wie sehr der Bauernbund und die Bauern in ihrer Heimat verankert sind. "Wir wollen gemeinsam mit unseren Bäuerinnen und Bauern unsere Heimat weiterentwickeln. Wir wollen in den politischen Gremien für unsere Höfe und für unsere Familien sprechen und mitentscheiden. Darum brauchen wir einen starken Bauernbund, der diese Mitsprache ermöglicht", ist Hiegelsberger überzeugt.

Der OÖ Bauernbund setzt sich folgende Themen zum Ziel: Familienbetriebe stärken, Kommunikation verbessern, Herkunft kennzeichnen, Eigenversorgung sicherstellen, bäuerliches Eigentum wahren, Tierhaltung garantieren, Planungssicherheit schaffen sowie Klima und Umwelt schützen. Das vollständige Wahlprogramm kann unter www.ooe.bauernbund.at/wahl heruntergeladen werden.

Mit Material von aiz