Tiervermarktung

Jubiläum in Maishofen

verbandsgebaeude maishofen
BLW
am Freitag, 17.09.2021 - 07:40

Im September 1951 eröffnete die Verbandsanlage in Maishofen. Das 70-jährigs Jubiläum wird jetzt mit der 971. Rinderversteigerung am 23. September in einer nahezu unveränderten Halle gefeiert.

Bereits 1946 konnten Huber und Holzmann in groben Zügen Ihre Vorstellungen über das Bauvorhaben dem Verbandsbeirat darlegen. Die konkrete Planung wurde daraufhin dem Bezirksarchitekten Ing. Reisinger übertragen, der dem Baukomitee am 25. Januar eine klar ausgearbeitete Skizze, mit Verwaltungsgebäude, Stallungen und Versteigerungshalle, präsentierte.

Trotz erheblicher Unsicherheiten in Bezug auf die Finanzierung des für die damalige Zeit äußerst ambitionierten Projektes, wurde schon 1949 mit dem ersten Bauabschnitt, dem Verwaltungsgebäude einschließlich Labor für die Milchfettuntersuchungen, begonnen. Dank des raschen Baufortschritts konnte schon im September 1950 der Verband seine neuen Räumlichkeiten in Maishofen beziehen.

Anlässlich der Beratungen über den zweiten Bauabschnitt wird von Obmann Huber angeregt, zusätzlich zu den Stallungen und der Versteigerungshalle die baulichen Erfordernisse für eine Besamungsstation in den Planungen zu Berücksichtigen. KAD Dipl. Ing. Hermann gibt aber zu bedenken, dass damit der finanzielle Rahmen gesprengt werden würde, so dass dieses zukunftsweisende Vorhaben aufs Eis gelegt wurde. Die beteiligten Baufirmen gingen trotz schwieriger Witterungsverhältnisse, wie bereits beim Verwaltungsgebäude, mit vollem Einsatz an die Arbeit, die sie im Herbst 1951 zur Zufriedenheit des Auftraggebers abschließen konnten.

Finanzierung

Die Sicherstellung der Finanzierung stellte die Verbandsführung so kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und der Währungsreform im Jahre 1947 vor eine Mammutaufgabe. Große Unterstützung leistete dabei KAD Gfrerer, der dank seiner guten Beziehungen ERP-Mittel für das Bauvorhaben erschließen konnte. Als verlorener Zuschuss wurde ein Betrag von 800.000 öS und zusätzlich ein Kredit von 100.000 öS in Aussicht gestellt. Über eine von den Funktionären getragene „Bausteine-Sammlung“ und Holzspenden leisteten die Mitglieder selbst einen nicht unerheblichen Beitrag zur Abdeckung der Baukosten. Darüber hinaus beteiligte sich auch der Landespferdezuchtverband an der Finanzierung.

Bei einer Beiratssitzung im November 1952 konnte GF Karl Holzmann einen detaillierten Abschlussbericht vorlegen. Demnach wurden von 1949 bis 1952 insgesamt rund 2.940.000 öS in Verwaltungsgebäude, Stallungen für 200 Rinder und Versteigerungshalle investiert. Legt man zur Einschätzung dieser Investitionssumme den Baukostenindex mit Basisjahr 1950 zugrunde, dann entspricht dies, bezogen auf das Jahr 2020, einem Investitionsvolumen von 4.640.000 €.

Eröffnung 1951

Bartlmä Hasenauer

Am 23. September 1951 konnte die neue Verbandsanlage im Rahmen einer beeindruckenden Gauausstellung feierlich eröffnet werden. Obmann ÖR Anton Huber begrüßte, neben zahlreichen Ehrengästen aus dem In- und Ausland die Landeshauptläute aus Salzburg und Tirol. LH Dr. Josef Klaus hob in seiner Festansprache die große Bedeutung des Verbandes für die Salzburger Bauern hervor und sprach Obmann Huber, allen Funktionären und Geschäftsführer Holzmann für ihre beispielhafte Aufbauarbeit Dank und Anerkennung aus. Als äußeres Zeichen dafür pflanzte er im Bereich des Brunnens einen Lindenbaum, dem sich sein Stellvertreter Bartlmä Hasenauer mit einem Ahornbaum anschloss. Noch heute zieren diese beiden Bäume den Innenbereich der Verbandsanlage.

Von 1940 bis 2020 wurden in Maishofen insgesamt 208.249 Großrinder versteigert.