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Eiweißfuttermittel

Initiative für mehr Eiweißfutter

Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 17.12.2021 - 18:06

Frankreich und Österreich fordern EU-Kommission zur Eiweißstrategie auf. Die Eigenversorgung soll sich verbessern.

Lassen Sie die Bohnen in der Überkehr nicht Karussell fahren. Das kostet Bruchkorn und Qualität. Wie wird der Mähdrescher bei Soja richtig eingestallt, welche Verluste treten auf.

Frankreich und Österreich wollen den Anbau von Eiweißpflanzen in der EU und in den eigenen Ländern voranbringen. Dazu haben der französische Landwirtschaftsminister Julien Denormandie und Österreichs Agrarministerin Elisabeth Köstinger auf der gemeinsamen Eiweißkonferenz am Freitag (17. 12.) eine Erklärung unterschrieben.

Mit ihrer Initiative wollen sie die europäische Eiweißproduktion und somit die Eigenversorgung mit pflanzlichem Eiweiß besser verankern. Beide Länder verlangen von der EU-Kommission eine europäische Eiweißstrategie zu erstellen und die Abhängigkeit von Soja Importen zu reduzieren. Derzeit werden in der EU werden nicht einmal 1 % des weltweiten Sojas produziert.

Bereits Im Sommer 2021 hatte Köstinger ihre nationale Eiweißstrategie präsentiert. Danach sollen die Anbaufläche für Eiweißpflanzen in Österreich steigen. Die Eigenversorgung mit pflanzlichem Eiweiß für die Tierfütterung in Österreich soll auf über 90 Prozent ansteigen. Bis 2030 sollen die österreichischen Sojaimporte um mindestens 50 Prozent sinken. Daneben will Köstinger weniger Eiweiß in der Fütterung einsetzen, um den Sojabedarf und den Stickstoff im Wirtschaftsdünger abzusenken.  

Gleichzeitig sollen neue Absatzmärkte aufgebaut werden und das AMA-Gütesiegel weiterentwickelt werden, damit die Mehrkosten für europäisches Eiweiß durch die Marktteilnehmer sowie Konsumentinnen und Konsumenten abgesichert werden.

„Weniger Soja-Importe aus Südamerika bedeuten mehr Schutz der Regenwälder und gleichzeitig mehr Klimaschutz,“ nennt Köstinger Vorteile ihrer Eiweißstrategie. Nach Auffassung von Frankreichs Agrarminister Denormandie unterstreicht dies die gemeinsam gestartete Initiative, bei denen Stakeholder und Forschung eingebunden sind.

Eiweißversorgung in Österreich

Die österreichische Eigenversorgung mit pflanzlichem Eiweiß für die Fütterung liegt bei über 80 Prozent. Vor allem bei der Fütterung von Wiederkäuern ist Österreich nach Ministeriumsangaben knapp an der Selbstversorgung. Dennoch ist Österreich von Importen abhängig - rund 500.000 Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot pro Jahr.

Im Sojaanbau ist Österreich laut Köstinger allerdings auf der „Überholspur“. Seit 2010 wurde die Anbaufläche mehr als verdoppelt – heuer bereits mehr als 75.000 Hektar. In diesem Jahr ernteten die Landwirte über als 230.000 Tonnen Sojabohnen, eine neuerliche Rekorderntemenge. 50 Prozent der österreichischen Sojaproduktion werden für die direkte menschliche Ernährung verwendet.

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