Landwirtschaftskammer

Huber soll Mößler folgen

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 09.06.2021 - 10:15

Siegfried Huber soll neuer Präsident der LK Kärnten werden. Der amtierende Mößler ist zurückgetreten. UBV-Kritik an Mößler.

Huber Siegfried-LK Kärnten

Am Dienstag dieser Woche (10.6.) hat Landwirtschaftskammer (LK)-Präsident Johann Mößler seinen Rückzug als Präsident der LK Kärnten bekannt gegeben. Nach fast 30 Jahren Tätigkeit in der bäuerlichen Interessenvertretung, davon neun Jahre als Vizepräsident und mehr als ein Jahrzehnt als Präsident, will Mößler das Amt in jüngere Hände legen. „Es ist eine Lebensentscheidung aus persönlichen Gründen, die mir nicht leicht gefallen ist,“ so Mößler.

Als Nachfolger für das Amt des Präsidenten werden die Kammerräte des Bauernbundes, der die Hälfte der 36 Mandate in der Vollversammlung stellt, einstimmig Kammerrat Siegfried Huber nominieren. Er wird sich in der nächsten Vollversammlung der Wahl stellen. Sie soll auf Wunsch Mößlers noch im Juni stattfinden. Der 51-jährige Landwirt aus Albern bei Feldkirchen vertritt seit 15 Jahren bäuerliche Interessen in der LK-Vollversammlung, fungierte ab 2016 als Vorsitzender der Sozialversicherung der Bauern und ist seit 2019 der stellvertretende Landesleiter der Sozialversicherung der Selbständigen. Huber besitzt darüber hinaus langjährige Erfahrungen als Kommunalpolitiker im Feldkirchner Gemeinderat und bekleidet seit 2015 das Amt des Vizebürgermeisters.

UBV unzufrieden mit Mößlers Tätigkeit

Heimo Urbas

Mößler bezeichnet den Schutz des bäuerlichen Eigentums und die Stärkung der heimischen Lebensmittel als die zentralen Anliegen seiner Präsidentschaft. Beispielhaft nennt er die Einführung des Mountainbike-Fairplay-Modells, die Umsetzung von Natura 2000 gemeinsam mit den Grundeigentümern und die Absicherung eines der aus Sicht der Landwirtschaft praktikabelsten Raumordnungsgesetze in Österreich.

Doch nicht alle Bauern sind davon überzeugt. Nach Auffassung von Heimo Urbas, Spitzenkandidat des Unabhängigen Bauernverbands Österreich (UBV) bleibt aber der angerichtete Schaden wie hohe Einheitswerte, Anzeige gegen die eigenen Bauern etc. trotz des Rücktritts von Mößler bestehen. Mit Zustimmung der Landwirtschaftskammerpräsidenten hat sich der Einheitswert erhöht. Somit seien Forderungen des Finanzamtes und der Sozialversicherung für die Land- und Forstwirte deutlich gestiegen, so Urbas.

„In dieser Angelegenheit kümmerte sich der Oberste der Interessensvertretung überhaupt nicht um die Sorgen seiner Pflichtmitglieder“, meint der UBV-Kandidat. Die „Plattform für Bauerninteressen / Heimo Urbas in Kooperation mit dem Österreichischen Unabhängigem Bauernverband (UBV)“ werde deshalb bei der im Herbst stattfindenden Landwirtschaftskammerwahl kandidieren um die bäuerliche Berufsvertretung vom parteipolitischen Denken zu befreien, kündigt der UB an. Er verspricht, bei entsprechender Unterstützung durch die Bauern alles daran zu setzen, den angerichteten Schaden zu reparieren.