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Waldbewirtschaftung

Holzinitiative ist wichtiges Standbein für Bioökonomie

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 26.07.2021 - 07:00

In der Bioökonomiestrategie gilt in Österreich die Holzinitiative als Schlüssel zum Erfolg.

WBV-Lichtenfels-Waldbauer

Die Holzinitiative des BMLRT ist einer der insgesamt acht Leuchttürme der österreichischen Bioökonomie-Strategie. „Bioökonomie ist der Schlüssel, um fossile Rohstoffe durch nachwachsende Ressourcen zu ersetzen“, sind Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, Umweltministerin Leonore Gewessler und Bildungsminister Heinz Faßmann überzeugt. Mit der heimischen Forstbewirtschaftung verfüge Österreich über beste Voraussetzungen an nachwachsenden Ressourcen.

Vergangene Woche haben die drei Ressortchefs Österreichs Potenziale der nachhaltigen Ressourcennutzung durch Bioökonomie vorgestellt. Durch Holzverwendung wird ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und zur Dekarbonisierung geleistet. Die Initiative finanziert sich aus Mitteln des Waldfonds und umfasst unterschiedlichste Maßnahmen, die den nachwachsenden Rohstoff Holz als Bau- und Werkstoff sowie als Energieträger effizient und innovativ nutzen. Insgesamt stehen für Maßnahmen der stofflichen und energetischen Nutzung von Holz mehr als 93 Mio. Euro aus dem österreichischen Waldfonds zur Verfügung.

Zusätzliche Impulse erhofft

Eine konkrete Maßnahme ist der Aufbau eines „Bioökonomie-Cluster-Netzwerks“. Der Ausschreibungsaufruf („Call“) ist am 23. Juli 2021 gestartet. Die Holzinitiative soll zusätzliche Impulse für neue Innovationen in der Forst- und Holzwirtschaft bringen.  Neue Produkte im Sinne der Bio- und Kreislaufwirtschaft, technische Lösungen, Verfahren oder Dienstleistungen sollen einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcen- und Energiewende leisten und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen erhöhen und Arbeitsplätze in den Regionen sichern.

„Österreich ist Musterschüler bei der nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Mit Innovationen aus der Bioökonomie setzen wir Impulse, dass das Holz aus unseren Wäldern auch nachhaltig genutzt wird“, ist sich Agrarministerin Köstinger sicher.

Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, legt bei der Strategie Wert darauf, dass nicht nur nachwachsende, sondern vor allem auch regionale Rohstoffe zum Einsatz kommen, um die Klimasünder Nummer eins, die fossilen, sinnvoll zu ersetzen. Dafür müssen seiner Meinung nach weiterhin ausreichend Flächen zur Verfügung stehen. Das erfordere gezielten Bodenschutz und ein klares Bekenntnis zur nachhaltig produzierenden Land- und Forstwirtschaft. „Es ist daher alternativlos, dass wir Wälder und Felder weiterhin nachhaltig bewirtschaften und diese nicht - völlig fakten- und sinnbefreit - außer Nutzung stellen, wie es manche in der EU und Österreich unverständlicherweise fordern“, so der Kammerpräsident.

Mehr Zuwachs als Verbrauch

Österreich zählt mit rund 4 Mio. Hektar zu den waldreichsten Ländern Europas. Fast die Hälfte der Staatsfläche ist bewaldet. Ein Erntefestmeter Holz bringt in veredelter, weiterverarbeiteter Form eine Wertschöpfung von bis zu 673 Euro bzw. bis zu 1.212 Euro für Österreichs Wirtschaft. Einem jährlichen Zuwachs von etwa 30 Millionen Festmeter steht eine jährliche Holznutzung von rund 26 Millionen Festmeter gegenüber.

Die heimische Forst- und Holzwirtschaft sichert rund 300.000 Arbeitsplätze und erreicht eine Bruttowertschöpfung entlang der gesamten Wertschöpfungskette von rund 20 Mrd. Euro. Jeder 15. Arbeitsplatz und jeder 17. Euro der österreichischen Bruttowertschöpfung sind somit auf die Forst- und Holzwirtschaft zurückzuführen. Der Anteil der Wertschöpfung der Forst- und Holzwirtschaft an der Gesamtwertschöpfung Österreichs lag 2018 bei 6,4 %.