Waldbewirtschaftung

Holzeinschlag: Starker Rückgang im Kleinwald

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 06.05.2021 - 07:46

Die aktuelle Statistik weist einen um 11 Prozent geringeren Holzeinschlag aus. Über die Hälfte ist Schadholz.

Waldarbeit-Baum fällen

In  Österreich wurden im vergangenen Jahr 16,79 Millionen Erntefestmeter geerntet. Der Holzeinschlag lag damit 11,2 Prozent unter dem Wert des Jahres 2019. Das geht aus der Holzeinschlagsmeldung 2020 hervor, die das Bundesagrarministerium am Donnerstag (6.5.) vorgelegt hat. Im Kleinwald (Waldfläche unter 200 ha – „Bauernwald“) wurden 55 Prozent des Gesamteinschlages geerntet. Dieser verzeichnet auch den stärksten Rückgang von 17 Prozent gegenüber 2019.

34 Prozent wird von den Forstbetrieben (Waldfläche ab 200 ha, ohne Österreichische Bundesforste AG) eingeschlagen. Hier verringerte sich der Holzeinschlag um 7 Prozent gegenüber 2019. Der Anteil der Bundesforste am Gesamteinschlag betrug 11 Prozent. Damit haben die Bundesforste im Vergleich zum Vorjahr etwas mehr Holz geschlagen.

Über die Hälfte ist Schadholz

Über die Hälfte (53%) des Holzeinschlages waren Schadholz: Witterungsextreme, Schäden durch Borkenkäfer und andere Schadfaktoren führten 2020 zu einem Schadholzanteil von 8,91 Mio. Efm. Damit ist der Schadholzanteil zwar zurückgegangen, er ist aber nach den amtlichen Zahlen um 38 Prozent immer noch höher als im 10-jährigen Durchschnitt.

Auf folgende Ursachen ist das Schadholz zurückzuführen.

  • 37 Prozent (3,33 Mio. Efm) Borkenkäferbefall
  • 35 Prozent (3,11 Mio. Efm) Stürme
  • 28 Prozent Sonstige Schäden (Schnee- und Eisbruch, Lawinen und sonstige Schadorganismen)

Mit 83 Prozent nimmt Nadelholz (Fichte, Tanne, Lärche, Douglasie, etc.) den Größten Anteil am Holzeinschlag ein. 17 Prozent entfiel auf Laubholz wie Buche, Eiche, Ahorn, etc..

Die Hälfte des Einschlages war Sägerundholz. Rund ein Drittel war für die energetische Nutzung als Brennholz und Waldhackgut. 18 Prozent des Einschlages entfielen auf Industrierundholzes.

Zuwachs höher als Einschlag

Fast die Hälfte der Staatsfläche ist mit Wald bedeckt. Österreich zählt mit rund 4 Millionen Hektar zu den waldreichsten Ländern Europas. Das waldreichste Bundesland ist die Steiermark mit 62 %, gefolgt von Kärnten (61 %), Salzburg (53 %) und Oberösterreich (42 %).

Jedes Jahr wächst in Österreich mehr Holz nach als eingeschlagen wird – es werden nur 88 Prozent des Zuwachses geerntet. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus in Holzbauweise benötigt rund 40 Kubikmeter Holz, es könnten mit der jährlichen Holzzunahme 105.000 Einfamilienhäuser aus Holz gebaut werden.