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Tierwohl

Hofer-Video verärgert Österreichs Tierhalter

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 05.07.2022 - 18:18

Unabhängiger Bauernverband fordert das sofortige Absetzen des Werbespots. FPÖ wirft Hofer vor, Berufsgruppe als Tierkiller zu bezeichnen.

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Mit der dritten Folge der Werbeserie „Der Ursprungsbauer“ sorgt der Handelskonzern bei Österreichs Tierhaltern für helle Aufregung. Der Unabhängige Bauernverband fordert die sofortige Absetzung der Werbeserie der Handelskette Hofer.

„Hier werden österreichische Bauern verunglimpft und Unwahrheiten verbreitet“, so UBV-Präsident Karl Keplinger. Unter anderem werde behauptet, dass Bauern ihre neugeborenen männlichen Tiere töten würden, kritisiert FPÖ-Agrarsprecher Peter Schmiedlechner. In dem Spot geht es um das Projekt Bruderwohl von Hofer und das Nutzen von männlichen Tieren.

Video pünktlich zur Tierwohl-Debatte im Nationalrat

Der UBV verlangt eine Entschuldigung und Richtigstellung. Er erwartet von den Handelsketten Respekt und Wertschätzung dem bäuerlichen Beruf gegenüber.

Auffallend ist, dass der Werbespot von Hofer genau kurz vor der Debatte des Tierwohl-Pakets der Regierung in den für diese Woche geplanten Nationalratsitzungen erschienen ist. Wie berichtet, geht es im Tierwohl-Paket um erhebliche Verschärfungen in der Tierhaltung. Unter anderem sind ab 2040 Vollspaltenbuchten in der Schweinehaltung und ab 2030 die ganzjährige Anbindehaltung von Rindern verboten.

FPÖ-Vorwurf: Diskonter stellt Berufsgruppe als Tierkiller dar

FPÖ-Agrarsprecher Peter Schmiedlechner findet den Werbespot „unglaublich“. „Wie kann man so einen Schwachsinn und solche Unwahrheiten verbreiten?“, kommentiert Schmiedlechner. Die Bäuerinnen und Bauern lebten mit und von ihren Tieren. Jeder Bauer sorge sich um seine Tiere, da sie seine Lebensgrundlage darstellen.

Eine ganze Berufsgruppe als „Tierkiller“ darzustellen und „wissentlich Unwahrheiten“ zu verbreiten, kann Schmiedlechner nicht akzeptieren.

„Jetzt heißt es gemeinsam, statt gegeneinander!“, wandte sich Schmiedlechner an den Lebensmitteldiskonter Hofer. Der Diskonter solle sich bei der Bauernschaft entschuldigen, fordert der FPÖ-Politiker.

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