Erneuerbare Energie

Höhere Förderung für Kesseltausch

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 09.02.2021 - 12:23

Österreichs Umweltministerium gewährt für den Kesseltausch ab sofort höhere Zuschüsse. Das stimmt den Biomasse-Verband positiv.

Pelletsheizung

Seit heute (9.2.) ist die neue Förderaktion des Klimaschutzministeriums für die thermische Gebäudesanierung („Sanierungsscheck“) und den Heizkesseltausch („raus aus Öl und Gas“) auf klimafreundliche Alternativen angelaufen. Dafür hält das Ministerium nach eigenen Angaben ein „Rekordbudget über 650 Millionen Euro“ für die kommenden beiden Jahre bereit. Damit unterstützt Österreich Maßnahmen zum Eindämmen des Heizenergieverbrauchs und zum Umstellen von fossil betriebener Raumheizung auf klimafreundliche Heizsysteme.

Der Österreichische Biomasse-Verband begrüßt die Förderoffensive. „Die deutliche Aufstockung der Förderungen ist ein wichtiges Zeichen für die Biomasse-Branche, die Wertschöpfungskette Holz und die Energiewende im Wärmebereich“, erklärt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbands. Erstmals werden die Förderungen mehrjährig vergeben. Das erhöhe die Planungssicherheit für Haushalte und die ausführenden Unternehmen wesentlich.

Titschenbacher rechnet für die Branche mit einem weiteren Beschäftigungsschub, nachdem die Leitbetriebe der heimischen Holz-­Kesselindustrie 2020 trotz Corona-Krise um ein Drittel mehr Mitarbeiter beschäftigen als im Vorjahr.

Verlängerte Antragsfrist

Privatpersonen und Betriebe bekommen bis zu 5.000 € Zuschuss, wenn sie ihr fossiles Heizungssystem gegen einen Nah- bzw. Fernwärmeanschluss, eine klimafreundliche Wärmepumpe oder Holzzentralheizung tauschen. Bis 2035 soll laut Umweltministerium das Heizen mit fossilen Brennstoffen aus heimischen Gebäuden gänzlich verschwinden. Laut Biomasse-Verband müssen rund 600.000 Ölheizungen und 900.000 Erdgasheizungen durch erneuerbare Energiesysteme ersetzt werden.

Dazu hat das Ministerium einige Förderungskriterien vereinfacht sowie das Angebot attraktiver gestaltet. Die Frist zwischen der Registrierung und der Antragstellung ist von 5 auf 6 Monate verlängert (für „raus aus Öl und Gas“). Die Registrierung ist seit 9. Februar möglich. Auch Leistungen, die ab dem 1. Januar 2021 erbracht wurden, sind förderfähig. Der maximale Förderungssatz für „raus aus Öl und Gas“ beträgt 35 Prozent. Fernwärme-Anschlussgebühren fördert das Umweltministerium nun auch. Bei der umfassenden Sanierung werden die technischen Kriterien an den Standard der OIB-RL 6 bzw. klimaaktiv 2020 angepasst.

Mehr Zuschuss für umweltfreundliche Dämmung

Wer nachwachsende Rohstoffe als Dämmmaterial verwendet, kann im Programm „Sanierungsscheck im Ein- oder Zweifamilienhaus“ einen Zuschlag von 50 Prozent auf die jeweilige maximale Förderungspauschale bekommen. Auch die Sanierung von Einzelbauteilen ist förderfähig. Maximal sind 2.000 Euro Förderungspauschale vorgesehen. Voraussetzung dafür ist die Vorlage eines Gesamtsanierungskonzepts/Energieausweis oder einer Energieberatung. Daneben sieht das Förderprogramm auch Zuschüsse für den mehrgeschoßigen Wohnbau vor.

Österreich sei in der Bioenergie führend, so der Biomasse-Verband. Holz und die Kesseltechnik stammen größtenteils aus dem Inland. Als Brennstoffe kommen Nebenprodukte aus der nachhaltigen Forstwirtschaft und der Holzindustrie zum Einsatz. Die „Raus aus Öl“-­Förderung für Holzheizungen hat den Markt bereits in den vergangenen Jahren deutlich stimuliert: Nach einem Plus von 18% im Jahr 2019 konnten Holzheizungen im Vorjahr nochmals um 8% zulegen. Damit wurden fast 13.000 Holzheizungen in Österreich eingebaut, rund 70% davon waren Pelletsheizungen.

Top Themen:
  • Aschermittwoch: Weniger derb, voll digital
  • Pflanzenbau: Maßnahmen für Rote Flächen
  • Biogas im EEG: Leitfaden zum Weiterbetrieb
  • Wolle: Pelletieren und wertvoll machen
  • LfL: Interview mit Präsident Sedlmayer
  • Warenkunde: Reich gedeckte Reistafel
Kostenfreies Probeheft Alle Aboangebote