Regionalität

Herkunftsnachweis auch bei Gemeinschaftsverpflegung

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Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 08.09.2020 - 08:12

Der Dachverband Nachhaltige Tierhaltung Österreich fordert einstimmig die verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf dem Teller.

"Die österreichischen Bäuerinnen und Bauern stellen Lebensmittel unter höchsten Qualitäts- und Tierwohlstandards her. Dies wird auf Dauer jedoch nicht möglich sein, wenn Lebensmittel billigst aus vielen Ländern aller Kontinente importiert werden, und mit niedrigeren Standards produziert anonym auf unseren Tellern landen", sagt NTÖ-Obmann Walter Lederhilger. Nur eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung könne die Entwicklung eines Austausches der heimischen Produktion durch billige Importlebensmittel verhindern. Das schließe auch die Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung ein.

Mit der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung auf dem Teller gebe man den heimischen KonsumentInnen und ProduzentInnen eine faire Chance in der Auswahl der Lebensmittel und der Entscheidung über die Entwicklung der zukünftigen Versorgungssicherheit. „Zudem sollten wir nicht vergessen, dass die heimischen Bäuerinnen und Bauern nicht nur hochwertige Lebensmittel produzieren, sondern auch mit ihrer Bewirtschaftung die Kulturlandschaft und unsere Lebensräume für die Gesellschaft und den Tourismus erhalten und pflegen“, so Walter Lederhilger. Für ihn stellt somit eine verpflichtende Kennzeichnung die Grundlage zur Erhaltung der Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln dar und den Fortbestand der heimischen Landwirte und Landwirtinnen sicher.

Hintergrund

Die NTÖ ist der Dachverband der gesamten tierischen Veredlungsbranche Österreichs aus den Bereichen Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde und Geflügel. Rund 130.000 Betriebe werden damit vom NTÖ vertreten (57.000 Rinderhalter mit 1,9 Mio. Rindern, 25.000 Pferdehalter mit 130.000 Pferden, 22.000 Schweinehalter mit 2,8 Mio. Schweinen, 15.000 Schaf- bzw. 9.000 Ziegenbetriebe mit 400.000 Schafen bzw. 91.000 Ziegen sowie 1.000 Geflügelhalter mit über 2 Mio. Geflügel wieder.

Diese Betriebe erwirtschaften jährlich alleine in der tierischen Produktion (ohne Vorleistungen) eine Wertschöpfung von 3,598 Mrd. Euro. Das ist fast die Hälfte (48,1%) des gesamten landwirtschaftlichen Produktionswertes von insgesamt 7,483 Mrd. Euro im Jahr 2019.