Forderungen

Die Herkunft verpflichtend kennzeichnen

Rindfleisch
Christian MoserRinderzucht Tirol
am Montag, 21.06.2021 - 14:00

Die Rinderzucht Tirol positioniert sich mit einer klaren Forderung. Für Konsumenten und Produzenten sei das eine faire Chance.

Innsbruck „Wir brauchen die verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf dem Teller“, so lautet die klare Forderung der Rinderzucht Tirol. An 1700 Entscheidungsträger und Interessensvertreter in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wurde diese Forderung vor einem Jahr versendet. Sowohl im Vorstand wie auch Aufsichtsrat gibt es dafür einstimmige Beschlüsse.

Rinderhalter bekräftigen Forderung von 2020

Basierend auf diesen Beschluss hat der Dachverband der österreichischen Veredelungswirtschaft (NTÖ) ebenfalls einstimmig die verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf dem Teller gefordert. Der Verein NTÖ vertritt 130 000 Betriebe der tierischen Veredlung in Österreich aus den Bereichen Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde und Geflügel. Die tierische Produktion macht damit fast die Hälfte des gesamten landwirtschaftlichen Produktionswertes in Österreich aus.

In der letzten Sitzung der Rinderzucht Tirol untermauerte Aufsichtsratsvorsitzender Kaspar Ehammer diese Forderung der Rinderzucht Tirol Gremien noch einmal eindringlich. Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf dem Teller gilt es umzusetzen, sowohl in der Gemeinschaftsverpflegung, wie auch in der Gastronomie. Hier wünscht er sich mehr Tempo, ist diese Forderung doch ein wesentlicher Bestandteil für eine flächendeckende Bewirtschaftung des Berggebietes.

Der Konsument hätte die Möglichkeit zu entscheiden, möchte man ein Wiener Schnitzel aus Holland oder aus Österreich. Man könnte auswählen zwischen einem Lammkotelett aus Neuseeland oder Österreich. Das Lammfleisch aus Neuseeland musste fast 20 000 km transportiert werden. Der Konsument hätte auch die Möglichkeit, ein Rindssteak aus dem afrikanischen Botswana zu essen oder aus Österreich. „Alles eine Frage der Kennzeichnung, welche sowohl Konsumenten und Produzenten eine faire Chance bringt“, sagt Ehammer.

Ein Drittel des heimischen Kalbfleisches getauscht

Vorstandsvorsitzender Christian Straif zeigte am Beispiel Kalbfleisch die Entwicklung auf. In zehn Jahren wurde ein Drittel der österreichischen Kalbfleischproduktion ausgetauscht durch billiges Importkalbfleisch. Zwei Drittel des Kalbfleisches wurden zu Billigpreisen importiert. Gerade Corona zeigte aber, wie wichtig die Selbstversorgung ist. „Die heimische Landwirtschaft versorgt auch dann die heimische Bevölkerung mit Lebensmittel, wenn die Grenzen geschlossen sind“, so die nachdenklichen Worte von Christian Straif.

Mit der Herkunftskennzeichnung gibt man den Konsumenten die Möglichkeit, über die Versorgungssicherheit entscheiden zu können. Der Griff zum heimischen Produkt ist weiter ein wesentlicher Beitrag für die Umwelt und sichert die Bewirtschaftung der Kultur- und Erholungslandschaft durch unsere Bauern. So steht für beide – Kaspar Ehammer und Christian Straif – die Notwendigkeit einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung auf dem Teller außer Frage.