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Energiequelle

Heizung: Holz günstiger als Öl

Holz zur Wärmegewinnung
aiz
am Dienstag, 05.11.2019 - 08:18

Ein Brennstoff-Kostenvergleich zeigt: Holz ist am günstigsten – Öl am teuersten.

Graz - Das Ergebnis des Brennstoff-Kostenvergleichs der Landwirtschaftskammer Steiermark ist eindeutig: Der natürliche, klimafreundliche Brennstoff Holz (Hackschnitzel, Brennholz, Pellets) ist unschlagbar am günstigsten. Trotz zum Teil höherer Anschaffungskosten der modernen Holzheizungen sind diese bei den Gesamtkosten ebenfalls unerreicht. „Die jährlichen Kosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 170 m2 und einem Wärmebedarf von 27 300 kWh betragen 2434 Euro bei einer Stückholzheizung, 2705 Euro bei Hackgut und 2791 Euro, wenn mit Pellets geheizt wird“, rechnen die LK-Energieexperten Christian Metschina und Klaus Engelmann vor.

Am teuersten ist das Heizen mit Öl. Die Gesamtkosten im durchschnittlichen Einfamilienhaus belaufen sich hier jährlich auf 3495 € und sind damit um 40 % höher als bei vergleichbaren modernen Holzheizungen. Das Berechnungsbeispiel bezieht sich auf ein durchschnittliches Einfamilienhauses, basierend auf Daten der Statistik Austria.

Wie aus dem Kostenvergleich hervorgeht, sind Hackschnitzel mit 874 € pro Jahr am günstigsten, gefolgt von Brennholz mit 1233 € und Pellets mit 1489 €. Die fossilen Mitbewerber liegen abgeschlagen auf den letzten Plätzen. Bei Erdgas liegen die jährlichen Brennstoffkosten für ein Einfamilienhaus bei 1882 €, für Heiz- öl muss man sogar 2451 € berappen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Brennstoffpreise in Summe aber leicht gesunken.

Vorsicht bei Wärmepumpen

Die Wärmepumpe ist bei Bestandsgebäuden chancenlos. Die Gesamtkosten bei der Luft-Wärmepumpe sind mit 3204 € rund ein Drittel höher als bei einer Stückholzheizung. Erdwärmepumpen schneiden mit 3060 € pro Jahr etwas besser ab. Speziell bei Luft-Wärmepumpen kann es zu bösen Überraschungen kommen. An kalten Tagen sind diese gleich ineffizient wie Stromheizungen. Daher empfiehlt zum Beispiel das Nachhaltigkeitsministerium Luft-Wärmepumpen nur in Passiv- und Niedrigstenergiehäusern mit einem Heizwärmebedarf von maximal 25 kWh pro m2 und Jahr. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Altbau hat meist einen Heizwärmebedarf von über 150 kWh.

Aktiver Klimaschutz

Holz hat die beste Klimabilanz. Hackschnitzel und Brennholz verursachen im durchschnittlichen Einfamilienhaus nur rund 0,8 t CO2-Emissionen pro Jahr. Das entspricht 28 g pro verbrauchter kWh Wärmeenergie. Im Gegensatz dazu blasen Ölheizer mit 9 t CO2 pro Jahr oder 330 g/kWh elfmal so viele Emissionen in die Atmosphäre. Bei Erdgas sind es 6,5 t. Die Luft-Wärmepumpe verursacht mit 3,7 t CO2 beinahe fünfmal so viele klimaschädliche Emissionen wie Bio- masse. Die Erd-Wärmepumpe verursacht 3 t CO2 pro Jahr. Dieser Vergleich zeigt einmal mehr die wahren Klimasünder im Wärmebereich.

Auch bei Sanierung

Neben dem durchschnittlichen Einfamilienhaus hat die LK Steiermark heuer auch die Kosten für sanierte und unsanierte Gebäude berechnet. Auch hier sind Holzheizungen unerreicht. Selbst im sanierten Einfamilienhaus mit einem deutlich geringeren Energiebedarf sind Scheitholz und Co. unschlagbar. Moderne Biomasseanlagen, Kachelöfen und Herde erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und kommen bereits in 220 000 steirischen Haushalten zum Einsatz. Damit führt die Steiermark das Bundesländerranking bei Biomasseheizungen klar an. Richtig betrieben lassen sich zudem die Feinstaubemissionen aus Holzheizungen auf ein Minimum reduzieren.