Schweinehaltung

GVO-freie Fütterung: VÖS dementiert Medienberichte

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 05.05.2021 - 10:28

Die Verband Österreichischer Schweinebauern will GVO-freie Fütterung nur, wenn alle Mehrkosten abgedeckt werden. Er ist gegen bedingungsloses Umstellen des AMA-Gütesiegels.

Schweinefütterung-Österreich

Der Verband Österreichischer Schweinebauern (VÖS) distanzierte sich von Medienberichten, die suggerieren, dass er eine bedingungslose Umstellung auf GVO-freie Fütterung im AMA-Gütesiegel fordert oder unterstützt. Für Verwirrung sorgte auch die Zustimmung von ÖVP und Grünen zu einem Antrag der Neos-Partei, die für das AMA-Gütesiegel das bedingungslose Verbot von Produkten fordert, die mit nicht-euopäischem Eiweißfutter erzeugt wurden.

"Eine Umstellung GVO-freie Eiweißquellen ist nur möglich, wenn die Finanzierung aller Mehrkosten, die den Landwirtinnen und Landwirten aus einer GVO-freien Fütterung entstehen, gesichert ist. Bei unzähligen Verhandlungen in der Vergangenheit konnte uns von keiner Seite diese Sicherheit gegeben werden", stellt der Verband fest.

Derzeit über 16 € Mehrkosten

Qualitätsprogramme, die ihrer Kriterien eine GVO-freie Fütterung verlangen, werden laut VÖS aktuell mit 8 bis 10 Euro Aufpreis je Mastschwein vergütet. Diese Kalkulation basiert auf einem Differenzpreis zwischen GVO-Soja und Nicht-GVO-Soja von 70 Euro, aktuell ist der Preisunterschied aber mindestens dreimal so hoch. Umgerechnet würde dies aktuell Mehrkosten von 16,50 Euro je Schwein ausmachen, so die Interessensvertretung.

"Wenn man berücksichtigt, dass nur zirka 60% der Schlachtschweine den Gütesiegel-Aufpreis auslösen, würde der notwendige Aufschlag zur Kostendeckung bei zirka 30 Euro liegen. Das würde eine Erhöhung des aktuellen Schlachtschweinepreises um rund 15% bedeuten", rechnet der Verband vor.

Höherer Anteil an GVO-freier Fütterung angestrebt

Eine staatlich verpflichtende Umstellung - sofern rechtlich überhaupt möglich - ohne gesicherter Abgeltung für die Landwirte lehnen der Verband strikt ab. An Lösungen, um den Anteil GVO-freier Futtermittel im Modulsystem des AMA-Gütesiegels zu erhöhen, arbeite man aber in enger Abstimmung mit der AMA.

Eine notwendige flankierende Maßnahme ist nach Ansicht der VÖS, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und Verarbeitungsindustrie in die Abnahme von GVO-frei gefütterten Schweinen einzubinden. Die VÖS betont, in der Regel werden 80% des Schweinefutters auf dem eigenen Betrieb angebaut, was somit garantiert regional und GVO-frei ist.

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