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Ausgleichszahlungen

Grünland: Landschaftspflege fair abgelten

Landschaftspflege
aiz
am Mittwoch, 27.11.2019 - 10:59

Experten diskutierten über alternative Finanzierungsformen in der Steiermark.

Grundlsee - Die Engerlingplage traf die Bauern rund um den Grundlsee (Stmk.) heuer besonders massiv. Ein weiterer Rückschlag für die Region, in der es nur noch 24 landwirtschaftliche Betriebe - zumeist mit Mutterkuhhaltung - gibt, die mit der Bewirtschaftung der Grünlandflächen aber eine wesentliche Rolle für das Landschaftsbild in dem beliebten Tourismusgebiet spielen.

Die Landwirtschaft ist in diesem Teil des Salzkammerguts besonders kleinstrukturiert, die größeren Betriebe haben hier um die 10 ha. In dem lang gestreckten Tal, das an drei Seiten von den rund 1.000 m aufragenden Ausläufern des Toten Gebirges umrahmt wird, haben die zumeist Nebenerwerbsbauern so gut wie keine Möglichkeit, ihre Flächen aufzustocken oder ihr Einkommen zu verbessern. Vielen potenziellen Hofnachfolgern fehlt es deshalb an Optimismus und Perspektiven, den meist über Generationen geführten Betrieb zu übernehmen. Mit der Wahl von Bad Ischl und 20 anderen Gemeinden des Salzkammerguts zur Kulturhauptstadt Europas 2024 erwarten sich die Lokalpolitiker aber einen besonderen Boost.

Dem Bürgermeist der Gemeinde Grundlsee, Franz Steinegger, schwebt etwa ein Crowdfunding-System in Form eines Landschaftsfonds vor, in den freiwillige Unterstützer einzahlen und Landwirte für die Landschaftspflege etwa einen halben Monatslohn daraus erhalten. "Ich denke, die Zeit ist reif für so eine Art der Finanzierung. Dabei steht der Tourismus besonders in der Verpflichtung, die Gemeinde Grundlsee als besonderes Kulturjuwel zu erhalten", erklärte Steinegger gegenüber einer Gruppe von österreichischen Agrarjournalisten. Als Kulturhauptstadt sieht er die Möglichkeit, das Problem auf eine europäische Dimension zu heben und Modell für andere Regionen Europas zu werden.