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Agrarhaushalt

Grünes Licht für Investitionsförderung

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 29.11.2021 - 14:07

Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weniger schließt weitere Schulschließungen in Oberösterreich zunächst aus.

Langer-Weninger_Agrarbudget2022

Im kommenden Jahr können Landwirte weiterhin für das Einrichten von Onlineshops und Homepages gefördert werden. Das kündigte Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger vor Journalisten an. Grund seien die verlängerten Coronahilfen. Die Förderung beträgt 50 Prozent der Nettokosten. Gewährt werden 1.000 Euro für das Errichten einer Website, 3.000 Euro für Neugestalten eines Onlineshops und zusätzlich 500 Euro für das begleitende Marketing im Bereich Social Media. Die Gesamtförderung beträgt maximal 4.500 Euro.

Bisher hat das Land 32 Betriebe mit einer Gesamtsumme von 60.000 Euro unterstützt. Das Errichten eines Breitbandanschluss wird seitens der Agrarabteilung mit maximal 2.000 Euro pro Betrieb gefördert. Die Digitalisierung der Betriebe ist auch Teil des Strategieplans Landwirtschaft 2030.

Kurzfristige zusätzliche Entlastungen aufgrund der stark gestiegenen Betriebsmittelpreise lassen sich laut Langer-Weninger im Agrarhaushalt nur schwierig darstellen. Allerdings setzt sich das Land auf Bundesebene schon seit längerem für bessere Erzeugerpreise ein. Die Landesrätin führte hier als eine Maßnahme das Einführen der Herkunftskennzeichnung an. Sie mahnte eine rasche Umsetzung an. Eigentlich sollte sie bereits zum Jahresende erfolgt sein, immerhin sei eine Verordnung in Brüssel bereits notifiziert.

Antragsstopp nicht in Sicht

Investitionswilligen Landwirten rät Langer-Weniger ihre Förderanträge zu stellen. Aufgrund der zusätzlichen 15 Mio. € Landesmittel aus dem Oberösterreich-Plan ist sie zuversichtlich, auch in 2022 alle korrekten Förderanträge positiv bescheiden zu können. Ein Antragsstopp wie 2020 sei daher nicht zu befürchten. Im laufenden Jahr verzeichnete das Land bis Anfang Oktober 4.800 Anträge. „Der klare Fokus auf eine besonders tierfreundliche und umweltfreundliche Produktion soll auch in Zukunft die starke Rolle Oberösterreichs bei der Eigenversorgung mit Milch und Fleisch sichern“, so Abteilungsleiter Hubert Huber.

Erfreut zeigt sich die Landesrätin über die steigenden Ausbildungszahlen. Für die laufende Legislaturperiode schließt mit Ausnahme von ABZ Waizenkirchen weiter Zusammenlegungen von Schulstandorten aus. „Die Anmeldezahlen an unseren 15 Standorten waren noch nie höher und auch die Nachfrage nach den Absolventinnen und Absolventen seitens der regionalen Unternehmen ist weiterhin stark,“ so Langer-Weninger. Mit 13,6 Mio. €, davon ein Gutteil für das Errichten des ABZ Waizenkirchens, stünden auch 2022 ausreichend Budgetmittel für bauliche Maßnahmen bereit.

Knapp 1,6 Millionen Euro fließen in den Masterstudiengang in Steyr und den Bachelorstudiengang in Wels, um „Spitzenkräfte für den starken Agrarstandort Oberösterreich“ heranzubilden.

Über die Hälfte für Öpul, Bergbauern und ländlichen Raum

Die größten Ausgabeposten im österreichischen Agrarbudget nimmt aber die ländliche Entwicklung ein. Von den rund 85,7 Mio. € (+1,5% gegenüber 2021) landen über die Hälfte der Mittel in der zweiten Säule. Der größte Posten macht dabei das Agrarumweltprogramm Öpul aus. Danach folgt die Bergbauerförderung mit 13 Mio. € sowie die Investitionen- und Existenzgründungsbeihilfe mit 9 Mio. € aus.

Für das Personal der Landwirtschaftskammer sind dagegen mit 14, 1 Mio. € mehr Geld als für Bergbauern oder Versicherungen (11,5 Mio. €) im kommenden Jahr eingeplant.

Wie Langer-Weninger darlegte, haben sich die Versicherungsausgaben seit 2017 fast verdoppelt. Das liegt vor allem an der zusätzlichen Bezuschussung von Dürreversicherungen. So beträgt der Versicherungsgrad gegen Dürre nach Landesangaben 62,30 % bei Mais und 42% bei Grünland. Bei Tierseuchen liegt der Grad bei Rindern bei 54,5 %, bei Mastschweinen bei 65,1 % und bei Muttersauen bei 56,4%.