Bilanz

Grüner Bericht: Wie die Bauerneinkommen steigen können

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 11.09.2020 - 12:40

Die Bauerneinkommen im Grünen Bericht enttäuschen. Um so mehr Vorschläge kommen aus der Politik, wie sich das ändern könnte.

Bauerneinkommen-Symbol-Geldscheine

Der diese Woche vorgestellte Grüne Bericht 2020 zur Einkommensentwicklung der Bauern löst sehr unterschiedliche Reaktionen in der Politik aus. So stagnierte das Einkommen bäuerlichen Berufsgruppe laut Grünem Bericht 2020 im Vergleich zum Vorjahr bei 27.966 Euro pro Betrieb.

"Die Einkommensentwicklung in der Land- und Forstwirtschaft ist nicht zufriedenstellend. Die Zahlen zeigen, dass die Entlastungen der Bundesregierung dringend notwendig waren. Wir haben ein mehr als 400 Mio. Euro-Paket auf den Weg gebracht", so Bauernbund-Präsident Georg Strasser. "Diese Entwicklung ist auch der Grund, warum wir am Aschermittwoch für faire Preise und Wertschätzung demonstriert haben und warum wir um jeden Cent in Brüssel kämpfen", so Strasser.

Bauernbund: Märkte stärker gestalten

Dass Einkommen stagnieren, ist laut Strasser kein österreichisches Phänomen, sondern ein seit zehn Jahren anhaltender Trend innerhalb der Europäischen Union. Hauptanliegen der Bauernbund-Politik wird auch in den nächsten Jahren die Gestaltung der Märkte gemeinsam mit den agrarischen Verbänden sein. "Dort sehen wir Chancen für einen Aufwärtstrend beim Einkommen und der Wertschöpfung", sagt Strasser.

Mossbrugger: Bessere Preise und stabile Budget nötig

Auch wenn die Einkommensentwicklung in den einzelnen Betriebszweigen sehr unterschiedlich verlief, lassen sich nach Auffassung von LK-Präsident Josef Moosbrugger dennoch klare Tendenzen erkennen: „Die negativen Auswirkungen des Klimawandels mit Stürmen, Unwettern und ungebremster Schädlingsvermehrung werden immer stärker, das zeigt sich im Pflanzenbau ebenso wie in der Forstwirtschaft.“

Um die Einkommen der bäuerlichen Betriebe zu sichern, brauche es weiterhin Stabilität bei Budgets und Rahmenbedingungen, dazu steuerliche Entlastungsmaßnahmen, wie sie die Regierung bereits beschlossen hat, sowie Instrumente zur Risikoabsicherung. Ebenso fordert er bessere Agrarpreise.

Außenhandel ist wichtig für Bauern

Die Zahlen im Grünen Bericht zeigen klar, dass der Agrarhandel für Österreichs Bäuerinnen und Bauern von großer Bedeutung ist“, zeigt Neos-Landwirtschaftssprecherin Karin Doppelbauer auf. „Wenn die ÖVP also wirklich die Landwirtschaft vertreten will, muss sie ihr unsägliches EU-Bashing und ihre rückständigen ‚Austria first‘-Fantasien aufgeben.“

Österreichs Landwirtschaft profitiert nach Doppelbauers Meinung von offenen Grenzen und Handeln mit den europäischen Partnern und die Politik muss die Rahmenbedingungen dafür garantieren. "Wir brauchen eine neue Vision für die österreichische Landwirtschaft. 40 Jahre lang hat das ÖVP-Landwirtschaftsministerium nur daran gearbeitet Landwirte zu abhängigen Bittstellern zu machen.

FPÖ will Gesellschaftsvertrag

FPÖ-Agrarsprecher Peter Schmiedlechner sieht die Lösung für bessere Bauerneinkommen, in angemessenen Erzeugerpreisen, eine Art Kollektivvertrag für die Landwirtschaft und klare Rahmenbedingungen.

„Laut Bericht erwirtschaften die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe im Durchschnitt nicht einmal 30.000 Euro im Jahr, bei durchschnittlich 1,43 Arbeitskräften ist es zu wenig zum Überleben“, ist Schmiedlechner überzeugt. Arbeit und Fleiß müsse sich wieder lohnen.