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Molkereibranche

Gmundner Molkerei und Milchwerke Jäger wollen enger kooperieren

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 31.05.2022 - 09:41

Milchwerke Jäger aus Bayern stechen SalzburgMilch aus. Gmundner Lieferanten sollen in Generalversammlung über Angebot abstimmen.

Milchabholung

Nach intensiven Gesprächen und Verhandlungen in den vergangenen Wochen und dem Abwiegen aller Vor- und Nachteile haben Vorstand und Aufsichtsrat der Gmundner Molkerei am vergangenen Freitag (27.5.) in ihrer Sitzung entschieden, das Angebot der bayerischen Privatmolkerei Jäger weiter zu verfolgen. So soll die bereits bestehende Kooperation auch gesellschaftsrechtlich vertieft werden. Der ursprünglich angedachte Zusammenschluss mit der SalzburgMilch ist damit offenbar kein Thema mehr.

In den nächsten Wochen sollen die Gesellschaftsverträge final ausgearbeitet werden, um sie anschließend den rund 2000 Milchbauern und Mitgliedern der Gmundner Molkerei in der Generalversammlung zur Abstimmung vorzulegen.
 

Produktionsstandort ist gesichert

Konkret bietet Hermann Jäger der Genossenschaft eine gleichberechtigte Beteiligung an seinem Unternehmen an. Die Gmundner Molkerei bleibt somit bestehen und ihre Lieferanten würden Miteigentümer der Milchwerke Jäger GmbH in Haag in Oberbayern werden.

Die Firma Jäger ist schon seit 20 Jahren am österreichischen Milchmarkt tätig. Derzeit haben rund 230 heimische Landwirte mit einer Milchmenge von rund 70 Mio. kg pro Jahr einen Liefervertrag mit dem Unternehmen.

"Langfristig ist geplant, diese Milchmengen bei der Gmundner Molkerei verarbeiten zu lassen. Dies bedeutet, dass unser Produktionsstandort in Oberösterreich abgesichert ist und somit die heimische Milchwirtschaft gestärkt wird", betont Gmundner-Obmann Johannes Trinkfass.
 

Beteiligung bietet Perspektive und Sicherheit

Für ihn ist diese Entscheidung die logische Weiterführung einer bereits seit drei Jahren sehr erfolgreichen Kooperation. "Wir haben Jäger und sein Team als verlässliche Partner mit Handschlagqualität kennengelernt. Diese Beteiligung bietet unseren Milchbauern, aber auch unseren Mitarbeitern Sicherheit und Perspektive", so Trinkfass.

"In einer Genossenschaft entscheidet nicht das Interesse von einzelnen Personen, sondern wir tragen Verantwortung für alle Mitglieder. Aus diesem Grund haben wir in letzter Zeit viele Beratungsgespräche geführt und Meinungen eingeholt. Mit dieser Entscheidung sehen wir die Interessen unserer Milchbauern bestens vertreten", betont der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Martin Wahl.

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