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Unternehmensfusion

Gmundner Molkerei bekommt neues Angebot

Elisabeth Jahrstorfer Porttait 2019
Elisabeth Jahrstorfer
am Donnerstag, 05.05.2022 - 10:32

Die Gmundner Molkerei und die SalzburgMilch GmbH planen einen Zusammenschluss. Jetzt ist ein Angebot aus Oberbayern hinzugekommen.

Gmund/OÖ - Mit einer Fusion der nur 80 km voneinander entfernten Molkereien könnten Synergien genutzt werden. Nun erscheint unerwartet ein weiterer Bewerber auf der Bildfläche. Wie die Genossenschaft berichtet, hat ihr nun auch die Privatmolkerei Jäger aus Haag in Oberbayern ein Angebot unterbreitet –„über die Ausweitung der bereits seit drei Jahren bestehenden Kooperation und Zusammenarbeit“.

Milchwerk Jäger zeigt ebenfalls Interesse

Firmenzusammenarbeit

Das Milchwerk Jäger kooperiert sei 2019 mit der Gmundner Molkerei und betreibt dort eine eigene Pasta Filata-Linie mit Produkten für den europäischen Markt, wie es auf der Website heißt. Dafür verarbeitet die Molkerei etwa 50 Mio. kg Milch, das entspricht rund 15 % der Milch der Gmundner Milchlieferanten. Laut Firmenangabe hat Jäger erst relativ spät von der geplanten Fusion mit der SalzburgMilch erfahren und darum jetzt seinen Vorschlag unterbreitet. Weitere Informationen wollte Jäger gegenüber dem Wochenblatt nicht geben, um den Verhandlungsprozess nicht zu beeinflussen.

Die Gmundner Molkerei sieht es „im Sinne der Mitglieder als ihre Verpflichtung, auch dieses Angebot zu prüfen, um für alle Milchlieferanten die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können.“ Diese werde in der Folge in einer Generalversammlung von allen Mitgliedern gemeinsam festgelegt, So heißt es auf der Website und wurde so auf Nachfrage des Wochenblatts bestätigt. Im Falle einer Entscheidung für die Molkerei Jäger würden laut Bundeswettbewerbsbehörde „die Karten neu gemischt“. Der Zusammenschluss müsste dann neuerlich auf die Notwendigkeit einer kartellrechtlichen Genehmigung geprüft werden.

SalzburgMilch sieht keinen gravierenden Grund für Neuplanung

Für die SalzburgMilch ändert das Auftreten des Milchwerks Jäger nichts am fortgeschrittenen Verhandlungsprozess. Natürlich müsse die Genossenschaft in Gmund das neue Angebot prüfen, sagt SalzburgMilch Marketing-Chef Florian Schwap. Im Sommer werden die Gremien der beiden Molkereien, die beide Genossenschaften sind – die Gmundner Molkerei mit knapp 2000 Mitgliedern und die Salzburger Alpenmilch Genossenschaft mit 2400 Mitgliedern als Eigentümerin der SalzburgMilch – über die künftigen Kooperationen abstimmen. Die Termine für die Generalversammlungen stehen noch nicht fest. „Wir gehen davon aus, dass alles auf Schiene ist. Wir wollen das Projekt“, sagt Schwap gegenüber dem Wochenblatt.

Entgegen Verlautbarungen mancher Medien versichert Schwap, dass Ängste um eine Standortaufgabe, wie sie die Presse verbreitet hat, jeder Grundlage entbehren. Das sei nie Thema gewesen. Beim Milchauszahlungspreis liegt die SalzburgMilch laut Schwap im Übrigen seit Jahren im österreichischen Spitzenfeld.