Neue Züchtungstechniken

Gentechnik: Strasser will faktenbasiert diskutieren

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 28.04.2021 - 16:56

Für den Bauernbundpräsidenten Georg Strasser ist das EU-Gerichtshofurteil nicht in Stein gemeißelt. Änderungen sollten möglich sein.

Strasser_Georg_Bauernbund_Österreich

Der österreichische Bauernbund verlangt, bei den neuen Züchtungstechniken die Diskussion faktenbasiert zu führen. "Wir müssen über die Verfahren neuer Züchtungsmethoden offen und auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse diskutieren. mRNA-Impfstoffe, die auf Gentechnik basieren, aber nicht mit Genmanipulation gleichzusetzen sind, lehnen wir auch nicht pauschal ab - ganz im Gegenteil", meint Bauernbundpräsident Georg Strasser.

Für den Bauernbund sind das Vorsorgeprinzip und die Wahlfreiheit der Konsumenten inklusive der damit verbundenen Kennzeichnungspflicht von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) enorm wichtig.  "Die klassische Form der Gentechnik lehnen wir strikt ab. In Österreich produzieren wir Lebensmittel zu 100% gentechnikfrei, das soll auch so bleiben", positioniert sich Strasser klar gegen die Gentechnik. 
 

Stasser: EuGH-Urteil nicht in Stein gemeißelt

Seit einigen Jahren arbeiten Wissenschafter an neuen Methoden der Pflanzenzüchtung. Die neuen Techniken, etwa die Genschere CRISPR/Cas, machen nach Strassers Meinung punktgenaue Veränderungen im Erbgut einfach, schnell und kostengünstig möglich. Mit neuen Züchtungsmethoden stünden auch Werkzeuge für Präzisionslandwirtschaft zur Verfügung, welche im Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels nicht außer Acht zu lassen sind, so der Präsident.

Im Erbgut werden einzelne Genome gelöscht oder umgeschrieben, um dadurch zum Beispiel in den Pflanzen schlummernde Krankheitsresistenzen zu aktivieren oder sie weniger empfindlich gegenüber Trockenheit zu machen. Strasser schlägt vor, Methoden im Einzelfall intensiv zu prüfen und zu entscheiden. "Das geltende EuGH-Urteil zeigt, wie diese neuen Züchtungsmethoden aktuell zu behandeln sind, aber das sollte nicht in Stein gemeißelt sein", so der Bauernbundpräsident.

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