Landwirtschaft 4.0

Wie genau sind digitale Brunsterkennungssysteme?

Brunsterkennung
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Externer Autor
am Dienstag, 21.07.2020 - 09:40

Am Innovation-Farm-Standort in Raumberg-Gumpenstein wird künftig ein System untersucht.

Brunsterkennung

Bisher konnte der Landwirt nur durch visuelle Beobachtung erkennen, wie es der Kuh geht und ob sie brünstig ist. Die Betriebe werden immer größer und Familienbetriebe arbeiten oft an den Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Auch in Nebenerwerbsbetrieben sind die Zeitressourcen der Betriebsführer begrenzt. Zudem gestaltet sich Beobachtung von klassischen Brunstsymptomen, wie beispielsweise dem Aufspringen, und das darauf basierende Erkennen von Brunstereignissen immer schwieriger.

Finden Brunstgeschehen in der Nacht statt, werden sie gerne übersehen. Dazu kommt, dass mit steigender Milchleistung die für die Brunst typische erhöhte Bewegungsaktivität abnimmt und sich die Duldungsdauer reduziert. Diese erschwerten Bedingungen bei der visuellen Beobachtung führen dazu, dass Brunstgeschehnisse häufig nicht erkannt werden.

Hier kann die digitale Brunsterkennung die Arbeit erleichtern und den Zeitaufwand reduzieren. Am Innovation-Farm-Standort in Raumberg-Gumpenstein wird in Zusammenarbeit mit NEDAP, einem weltweit führenden Anbieter in der Tieridentifikation, ein solches System untersucht. In diesem Projekt wird die Brunsterkennung mittels Smart Tag Hals Sensoren durchgeführt.

Ziele des Projekts

Diese Sensoren erfassen Brunstanzeichen, Wiederkauverhalten, Fressverhalten, Inaktivität und Standort der Kuh 24 Stunden am Tag. Die Informationen werden zusammengefasst und daraus wird eine Empfehlung für den idealen Zeitpunkt zur Besamung generiert.

Ziel des Projekts ist es, neben dem Vorteil der 24 Stunden-Überwachung, zu untersuchen, wie genau das digitale Brunsterkennungssystem mit dem tatsächlichen Brunstverhalten von Milchkühen übereinstimmt und zu beurteilen, wie genau und zuverlässig es ist.

Dazu werden auf einem Versuchsbetrieb die automatisierten Systemmeldungen erfasst sowie täglich Milchproben entnommen und die darin enthaltenen Milchprogesterongehalte manuell gemessen. Im Anschluss werden die Milchprogesteronwerte der Milchproben mit den automatisch generierten Daten verglichen und ausgewertet.

Aus diesen Informationen können Rückschlüsse auf die Empfindlichkeit und Spezifität des Systems gezogen und die Genauigkeit der digitalen Brunsterkennung bewertet werden.