Österreich

Für ein gutes Miteinander auf Almen

Wanderer
Pressemitteilung
am Donnerstag, 23.07.2020 - 16:50

Almengipfel startet neue Informationsoffensive für Touristen in den Bergen.

Auf dem virtuellen Almen-Gipfel am Dienstag dieser Woche haben die Teilnehmer eine neue Informationsoffensive gestartet. Zum Gipfel eingeladen hatte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger die Vertreter der heimischen Alm- und Landwirtschaft.

Viele Besucher halten die bestehenden Verhaltensregeln nicht ein – manchmal aufgrund mangelnden Wissens. Gerade die jüngste „TikTok Challenge“, bei der Nutzer bewusst Kühe erschreckt haben oder Eltern ihre Kinder auf Kühe zum Reiten setzen, zeigt laut allen Beteiligten, wie wichtig eine neue Informationsoffensive ist.

„Dieses Verhalten ist grob fahrlässig. Almen sind keine Streichelzoos. Besucher sind Gäste auf unseren Almen und aufgefordert, die Verhaltensregeln einzuhalten“, betonten alle Gipfelteilnehmer.

Einfache Verhaltensregeln

„Es gibt sehr einfache Verhaltensregeln, die sicherstellen, dass Mensch und Tier nicht gefährdet werden und die Almen weiterhin für Gäste geöffnet bleiben können“, erklärte Erich Schwärzler Bundesobmann der Almwirtschaft Österreich.

Nach Schätzungen des österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit aus dem Vorjahr sind jährlich rund 10 Mio. Menschen im Gebirge unterwegs, davon alleine knapp 2,5 Mio. Wanderer. Gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis füreinander müssen im Vordergrund stehen.

Die Verhaltensregeln auf Almen und Weiden sind wichtig, damit dies in Zukunft so bleibt. „Gemeinsam sind wir gefordert, diese Informationen den Besucherinnen und Besuchern auf den Almen näher zu bringen“, so Gerald Dunkel-Schwarzberger, Präsident des Verbandes Alpiner Vereine Österreich.

Almprodukte kennzeichnen

Um Almprodukte besser vermarkten zu können, sollen sie künftig mit einem von der AMA vergebenen Alm-Siegel mit Edelweiß klar gekennzeichnet werden.

Aufgrund des „Kuh-Urteils“ in Tirol hat der Bund die Gesetzeslage im Vorjahr geändert. Erstmals wurde die Eigenverantwortung der Gäste gesetzlich festgeschrieben. „Außerdem haben wir zehn Verhaltensregeln und Standards für die Almbewirtschaftung erarbeitet“, so Köstinger.

 

Der Unabhängige Bauernverband (UBV), der nicht beim Gipfel vertreten war, fordert, dass die öffentliche Hand und der Tourismus die Kosten beispielsweise für das Aufstellen von Zäunen und Einhalten der Verhaltensregeln übernehmen muss, und nicht die Almbauern.