Ernteversicherung

Frost: Bisher 35 Mio. € Schäden in Österreich

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 23.04.2021 - 08:19

Österreichs Obstbauern beklagen rund 35 Mio. € Frostschäden. Vor allem steirische Bauern sind betroffen.

Frostschäden-Apfelblüte

Österreichs Hagelversicherung schätzt die Frostschäden aufgrund der Temperaturen in den Obstbaugebieten von bis zu minus 8 °C führten auf rund 35 Mio. €. Nördlich der Alpen wurde das Steinobst, insbesondere Marillen und Kirschen, beschädigt. Kälte-Hotspot waren der Süden und Süd-Osten des Landes. Aufgrund des langanhaltenden Frostereignisses ist auch der später blühende Apfel nicht schadlos davongekommen. "Zwei von drei Apfelbauern sind gegen das Risiko Frost versichert, denn derartige Schäden sind oftmals existenzbedrohend für die Betriebe“, so Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung.

Besonders betroffen ist die Steiermark. Beim Lokalaugenschein gehen die Sachverständigen von 23 Mio. € Gesamtschaden aus.  "Ein vergleichbares Szenario hatten wir bereits im letzten Jahr. Aufatmen in punkto Frost können aktuell die Winzer, da „die Knospen noch geschlafen haben“. Das Positive am jetzigen Wetter ist aber der Niederschlag, da Regen für Wintergetreide und Grünland dringend notwendig ist“, beschreibt Josef Kurz, Landesleiter der Österreichischen Hagelversicherung, die aktuelle Situation.

Eisheilige stehen noch vor der Tür

Laut Kammerpräsident Franz Titschenbacher ist gerade die Steiermark ist ein Hotspot, was Wetterextreme betrifft. Er empfiehlt daher jeder Bäuerin und jedem Bauer, Vorsorge zu treffen und sich gegen Wetterextreme umfassend abzusichern. Das sichere nicht nur Existenzen, sondern auch die Produktion qualitativ hochwertiger Lebensmittel.

Manfred Kohlfürst, Präsident des Bundesobstbauverbandes, versichert aber, die Obstbauern können ihre Kunden auch im heurigen Jahr trotz Wetterkapriolen mit fruchtig frischem Obst versorgen. Mit Abwehrmaßnahmen wie dem Heizen mit Frostkerzen und speziellen Öfen sowie mittels Frostberegnung versuchten sie zu retten, was noch zu retten war.  Obstbauer Franz Rosenberger hofft auf ein warmes Blühwetter, damit die Bienen die noch vorhandenen Blüten bestäuben könne. Bisher war es den Bienen dafür zu kalt. Die Bauern hoffen nun, dass die Eisheilligen bis Mitte Mai keine weiteren Schäden anrichten.