Biolandbau

Förderung, Bildung und Beratung

BLW
am Montag, 08.10.2018 - 09:37

Biobauern und solche, die Biobauern werden wollen, werden unterstützt

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Linz Das Wachstum in der Biolandwirtschaft ist ungebrochen. Allein in der laufenden Periode des Programms für die Ländliche Entwicklung (LE-Programm), das noch bis 2020 läuft, war in den Jahren von 2015 bis 2017 österreichweit eine Steigerung der biologisch bewirtschafteten Fläche um 75 000 ha im Vergleich zum Jahr 2014 zu verzeichnen, das ist eine Zunahme um 14 %. Österreichweit werden derzeit 20,7 % der bäuerlichen Betriebe mit 24 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen biologisch bewirtschaftet. Das sind 23 065 Betriebe mit 620 764 ha, davon 228 095 ha Ackerflächen. Die bewirtschaftete Fläche stieg seit 2016 von 84 080 auf 88 740 ha.

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Bioprodukte werden nachfragt und die Betriebe können damit erfolgreich sein. Deshalb stehe auch die Landwirtschaftskammer (LK) Oberösterreich den Biobetrieben sowie Betrieben, die auf Bio umsteigen wollen, mit Beratung und Ausbildung unterstützend zur Seite, so LK-Präsident Franz Reisecker.

Verschiedene Förderprogramme

Im Agrarumweltprogramm Öpul ist es einerseits die Maßnahme „Biologische Wirtschaftsweise“, welche die biologische Landwirtschaft in Österreich fördert, andererseits gibt es auch weitere kombinierbare Öpul-Maßnahmen. So kommt die Erweiterung der Öpul-Tierschutzmaßnahme bei Schweinen und männlichen Mastrindern den Biobetrieben entgegen.
Bei der Investitionsförderung ist der Biozuschlag von 5 % mit den Zuschlägen für Junglandwirte und den Zuschlägen für Betriebe der Stufen 3 und 4 des Berghöfekatasters kombinierbar geworden. Ebenso erfolgte eine Erhöhung der Abgeltung für die Erhaltung beziehungsweise den naturverträglichen Umgang mit Landschaftselementen, von der besonders auch Biobetriebe profitieren.

Einstieg in Bio bis Ende 2018 möglich

„Bis zum 15. Dezember 2018 gibt es im aktuell laufenden LE-Programm über den Herbstantrag nun die letzte Umstiegsmöglichkeit für Betriebe, um aus der Öpul-Maßnahme ‚Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung‘ in die Biomaßnahme zu wechseln. In den folgenden zwei Jahren wird die Zahl der Neueinsteiger in die Biobewirtschaftung aufgrund des Auslaufens dieses Programms vermutlich stagnieren. Diese Jahre werden aber langfristig ebenfalls zur Stärkung des Biolandbaus beitragen, denn nun kann die gesteigerte Produktion der letzten Jahre in einen stabilen Absatzmarkt übergeführt werden“, erläutert Reisecker.

Beratungsangebot wurde ausgebaut

Das Beratungsangebot der LK OÖ konnte in den letzten Jahren im Bereich der biologischen Landwirtschaft ausgebaut werden. Das Referat Biolandbau erteilt Richtlinien- und Marktauskünfte und bietet im Bereich der Vieh- und Grünlandwirtschaft sowie des Ackerbaus produktionstechnische Beratungen an. Mitarbeiter der Boden.Wasser.Schutz-Beratung verstärken das Bioteam und leisten mit diversen Anbauversuchen im Bereich des Mischfrucht- und Zwischenfruchtanbaus einen wichtigen Beitrag für den Bioackerbau.
Der Biogemüsebau hat in Oberösterreich einen besonderen Stellenwert. Mit rund 390 ha Biogemüseflächen (Tendenz steigend) werden mittlerweile über 22 % der Gemüsefläche nach den strengen Richtlinien des biologischen Landbaus bewirtschaftet. Deshalb hat die Bioberatung heuer Netzwerktreffen von Gemüsebauern zum Erfahrungsausstausch gestartet.

Bildungsangebot am LFI und online

Bildungsmaßnahmen am Ländlichen Fortbildungsinstitut (LFI) OÖ sind ein weiterer Baustein, um die Qualität der Biolandwirtschaft zu garantieren. In der abgelaufenen Bildungssaison hat rund ein Viertel aller Biobetriebe am Biokompaktkurs teilgenommen und ist somit der Weiterbildungsnotwendigkeit aus den Öpul-Bestimmungen nachgekommen. Durch Kurse wie „Biologische Pilzproduktion“, „Einstieg in den Biokräuteranbau“ oder „Biosonderkulturen“ wird auch der Vielfalt im Biolandbau Rechnung getragen.
Neue Möglichkeiteen bietet die Digitalisierung. Seit Kurzem wird speziell für Biobauern ein Onlinekurs zum Thema „Betriebsmittelbeschaffung im Biolandbau“ angeboten. Was darf ein Biobetrieb zukaufen und was ist hierbei alles zu berücksichtigen? Was ist zu dokumentieren? Bestehen gewisse Meldepflichten und wenn ja, welche? Mit dem Onlinekurs können Betriebe bequem von zu Hause aus gezielt ihr Wissen anreichern und sich damit auch bestens auf Kontrollen vorbereiten.

Studie: 500 Biobauern befragt

Als Fazit dieser Wachstumsbewegung wurden 500 bestehende Biobetriebe in einer Umfrage der KeyQuest Marktforschung befragt. So würden sich 98 % der Biobauern wieder für die biologische Landwirtschaft entscheiden. Konkret würden 89 % „sicher“ wieder auf Bio umstellen, weitere 9 % eher. Nur 2 % der Landwirte, das sind 10 Landwirte der Umfrage, würden „eher nicht“ mehr umsteigen. Der Grund für diese hohe Zustimmung ist die hohe Identifikation: 45 % betreiben die biologische Landwirtschaft aus Überzeugung, es ist für sie eine Lebenseinstellung. Für einen großen Prozentsatz, 31 %, sind Umwelt- Klima- und Naturschutz sowie artgerechte Tierhaltung und der Schutz des Bodens ein wichtiger Umstellungsgrund. Jeder vierte, 26 %, vertritt die Überzeugung, dass die biologische Wirtschaftsweise wirtschaftlich rentabler und interessanter ist. Auch wichtig sind die eigene Gesundheit und die Lebensqualität für Kinder und Enkel.