Unwetter

Flutkatastrophe: 5 Mio. Schaden auf 5.000 ha

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 19.07.2021 - 15:22

In Österreich haben Unwetter am Wochenende erhebliche landwirtschaftlichen Flächen überflutet. Schaden geht in Millionenhöhe.

Überflutung-Agrarfläche-Österreich

Sintflutartige Regenfälle im Westen und entlang der Alpennordseite am vergangenen Wochenende mit punktuell bis zu 180 l/m2 haben laut der Hagelversicherung auch zu massiven Schäden in der Landwirtschaft geführt. Man rechnet laut Vorstandsvorsitzendem Kurt Weinberger aus vorläufiger Sicht mit einer überschwemmten und geschädigten Agrarfläche von 5.000 ha und einer versicherten Schadenssumme von 5 Mio. Euro. Ursache seien Folgen des Klimawandels, unter anderem wegen des durch verfehlte Raumordnung erfolgenden Zubetonierens der Landschaft. Am Samstag hat Hagelschlag auch in Wien Schäden an Wein- und Salatkulturen angerichtet.

Die Hagelversicherung zitiert in einer Aussendung den ehemaligen Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und Europa-Präsidenten der World Meteorological Organization (WMO), Michael Staudinger, der "extreme Wetterereignisse als Ergebnis des Klimawandels" verantwortlich macht. Höhere Temperaturen führten zu höherer Luftfeuchtigkeit und damit zu intensiveren Niederschlägen mit katastrophalen Schäden an der Infrastruktur. Laut Staudinger machten sich auch Fehler in der Raumordnung bemerkbar: "Die Verbauung potenziert die Auswirkungen der Starkniederschläge, weil kein Wasser gespeichert werden kann." Staudinger und Weinberger betonten neuerlich dringenden Handlungsbedarf, einen realpolitischen Weg zu einer strukturierten Raumordnung einzuschlagen.

Hagelschäden in Wien an Wein- und Salatkulturen

Samstagabend (17.7.) hat Hagel in Wien auch schwere Schäden an Weinstöcken vor allem am Nussberg sowie nördlich der Donau vor allem an Salatkulturen angerichtet. Erste Erhebungen der Hagelversicherung sprechen von einem Gesamtschaden von 750.000 Euro.

Köstinger verspricht Soforthilfen

Nach den am Wochenende durch extreme Starkregen ausgelösten Überflutungen sagte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger zu Wochenbeginn Geld aus dem Katastrophenfonds zu. "Der Bund wird alles Nötige dafür tun, um die betroffenen Gemeinden zu unterstützen. Dafür werden Mittel aus dem Katastrophenfonds zur Verfügung gestellt und schnellstmöglich nach Aufnahme der Schäden ausbezahlt", verspricht Köstinger. Die Bundesregierung werde Hilfsmittel so rasch wie möglich freigeben und beim Wiederaufbau helfen.

Einmal mehr zeige sich aber auch, so Köstinger, wie wichtig Schutzmaßnahmen der Wildbach- und Lawinenverbauung seien. Sie hat nicht das geringste Verständnis dafür, dass Genehmigungsverfahren durch NGOs über Jahre hinweg verzögert würden und damit einen wirksamen Schutz von Menschen und Gütern verhindern. Im konkreten Fall von Hallein gibt es laut Köstinger seit Jahren ein fertig genehmigtes und ausfinanziertes Schutzprojekt, das durch solche Einsprüche verzögert und bislang nicht umgesetzt werden konnte.

Mit Material von aiz
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