Gemeinsame Agrarpolitik

Farm to Fork: Reaktionen reichen von Jubel bis Widerstand

EU-Kommission
aiz
am Freitag, 22.05.2020 - 08:43

Für die IGP kommt Innovation zu kurz, während Bio Austria den für EU-weiten Bioanteil begrüßt. Eine Übersicht für Österreich.

Wien, - Die von der EU-Kommission am 20. Mai präsentierte "Farm to Fork"- und Biodiversitätsstrategie mit Vorschlägen für einen künftig deutlich reduzierten Dünger- und Pflanzenschutzmitteleinsatz sowie einer Ausweitung der Stilllegungsflächen wertet die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) als "falsches Signal". "Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die europäische Landwirtschaft darin unterstützt werden sollte, eine Eigenversorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen", machte Christian Stockmar, Obmann der IGP, aufmerksam.

Aus Sicht der Pflanzenschutzmittel-Hersteller komme die Innovation als ein wesentlicher Faktor zu kurz. So sei in der Vergangenheit dank verbesserter Formulierungen und Wirkstoffe die ausgebrachte Menge an Pflanzenschutzmitteln pro Hektar sukzessive reduziert worden. "Jeder Landwirt verfolgt das Ziel, seine Pflanzen gesund zu erhalten, um damit hochwertige Lebensmittel zu produzieren. Wir werden daher weiterhin in die Forschung und Entwicklung innovativer, schonender und nachhaltiger Pflanzenschutzmittel investieren, seien es biologische oder konventionelle", kündigte Stockmar an.



Bio als Eckpfeiler einer nachhaltigen Landwirtschaft



Bio Austria begrüßt den Vorschlag der EU-Kommission, Bio-Flächen innerhalb der EU von derzeit 7,7% auf 25% bis 2030 ausweiten zu wollen. "Die Bio-Landwirtschaft wird in den beiden Strategien des Green Deal als wesentlicher Eckpfeiler der Umgestaltung zu einer nachhaltigen Land- und Lebensmittelwirtschaft in der EU genannt. Dass die EU-Kommission erstmals konkrete Ziele für den Bio-Anteil in der Landwirtschaft etabliert und gleichzeitig Maßnahmen zur Marktentwicklung setzen will, ist ein positives Signal für die Umgestaltung der Landwirtschaft hin zu einer gleichermaßen ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit", betonte Bio Austria-Obfrau Gertraud Grabmann.



Entscheidend werde es nun sein, die Zielsetzungen der Biodiversitäts- und "Farm to Fork"-Strategie konkret umzusetzen, allen voran in der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP), um die Leistungen der Bäuerinnen und Bauern für die Gesellschaft zu honorieren und ökologisch und ökonomisch nachhaltige Landwirtschaft so auch wettbewerbsfähiger zu machen. "Österreich hat im Bereich der biologischen Landwirtschaft bereits viel erreicht. Dass die EU-Kommission diesen Weg auf europäischer Ebene nachzeichnen möchte, ist gleichzeitig als Bestätigung für Erreichtes sowie als Verpflichtung für die Zukunft zu sehen", so Grabmann.