Emissionen

EU-Klimaziele bringen Probleme

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Externer Autor
am Mittwoch, 11.03.2020 - 11:40

Landwirte sollen in Zukunft über die Hälfte Treibhausgase einsparen.

Brüssel Bis 2050 will die EU klimaneutral sein. Alle Wirtschaftssektoren sind von der Einsparung an Treibhausgasen betroffen, auch die Landwirtschaft. Dieses Ziel hat vergangene Woche EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Gesetzesentwurf vorgelegt. Damit will sie die Absichtserklärungen zur nachhaltigen Zukunft (Green Deal) festschreiben. Die EU-Kommission betont, der Übergang zur klimaneutralen Wirtschaft dürfe die Wettbewerbsfähigkeit nicht gefährden. Auch müsse eine ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln zu erschwinglichen Preisen sichergestellt bleiben. Gleichzeitig sollen Landwirte für den Klimaschutz vor allem Feuchtgebiete erhalten, Wald aufforsten, Lachgasemissionen aus den Feldern sowie den Methanausstoß in der Rinderhaltung verringern.
Erst im September will die EU-Kommission einen Vorschlag zur Verschärfung der Klimaziele bis 2030 vorlegen. Die heute festgeschriebene Verminderung der Treibhausgase von 40 % in zehn Jahren will sie dann auf 50 oder 55 % erhöhen. Basis ist jeweils das Jahr 1990. Zunächst will die EU-Kommission eine Folgeabschätzung abwarten.

Klimaschutz hat oberste Priorität

Klimaschutz hat für uns höchste Priorität“, betont Alexander Bernhuber, Europaabgeordneter und Umweltsprecher der ÖVP. Er warnt vor einseitigen, überzogenen Schritten. Um die ambitionierten Ziele zu erreichen, müsse Europa auf Zukunfts- technologien wie Wasserstoff, Solar und Wind setzen. Auch ökologische Baumaterialien aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung hätten enormes Potenzial, um den Klimawandel zu bremsen.

Frankreich, Spanien, Österreich und Italien gehen die angestrebten Ziele zu langsam. Zusammen mit weiteren EU-Mitgliedstaaten fordern sie von EU-Klimakommissar Frans Timmermans, schon bis Juni neue Reduktionsziele für 2030 festzulegen. Nur mit einem schnellen Vorgehen werde die EU auf der Klimakonferenz im November in Glasgow ein Vorbild für die anderen, betonen die Unterzeichner des Briefes.
Die EU-Mitgliedstaaten und das Europaparlament müssen der Gesetzesvorlage noch zustimmen. Im EU-Parlament begrüßen Christdemokraten das vorsichtige Vorgehen der EU-Kommission. Die Sozialdemokraten und die Grünen fordern dagegen eine rasche Steigerung der Klimaziele.