EU-Agrarpolitik

EU-Agrarreform: Mahnfeuer für Berg- und Kleinbauern

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 09.12.2021 - 13:48

Vereinigung verlangt höhere Ausgleichszulage und doppelte Förderung auf den ersten Hektaren. Kritik an zu niedrigen Weideprämien.

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Gestern (8.12.) brannten hunderte Mahnfeuer in ganz Österreich. Damit setzten Bäuerinnen und Bauern bundesweit ein Zeichen für die berg- und kleinbäuerliche Landwirtschaft. Ebenso machen sie deutlich auf ihre schwierige, teils drastische Lage der Klein- und Bergbauernbetriebe aufmerksam. Gemeinsam fordern sie eine gerechte und ökologische Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ein. Die derzeitigen Entwürfe für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) des Landwirtschaftsministeriums kritisieren sie scharf.

„Wir werden verheizt, wenn sich nichts grundlegend ändert. Viele Höfe sind in ihrer Existenz bedroht. In der Werbung und in Sonntagsreden ist die berg- und kleinbäuerliche Landwirtschaft stets bestens vertreten, aber sobald es um die Verteilung der Gelder geht, schauen wir durch die Finger! Denn größere Betriebe in Gunstlagen profitieren pro Arbeitskraft in weitaus größerem Ausmaß,“ bemängelt Ludwig Rumetshofer, Vorstandsmitglied der Österreichischen Berg- und Kleinbauern-Vereinigung (ÖBV).

 

Direktzahlungen mehr auf kleinere Betriebe umverteilen

Er fordert insbesondere für berg- und kleinbäuerliche Betriebe dringend Nachbesserungen. Ziel müsse sein, die Einkommen für klein- und bergbäuerliche Höfe zu sichern. Unsere Arbeit muss sich lohnen“, so Rumetshofer weiter. So verlangt die ÖBV eine doppelte Förderung der ersten 20 ha, finanziert durch eine Umverteilung und eine Erhöhung der Ausgleichszulage (Bergbauernförderung).“

Ebenso sind Maßnahmen notwendig, die die nachhaltige Grünlandbewirtschaftung stärken: Den aktuellen Plänen zufolge ist die Maßnahme für Weidehaltung viel zu niedrig angesetzt. Rumetshofer verlangt eine doppelte Prämie für Weidehaltung und eine Prämie für die flächengebundene Haltung von Raufutterverzehrern, gedeckelt bei 30 RGVE. Zugleich vermisst er in den aktuellen Entwürfen Maßnahmen für besonders ökologisch wertvolle Bewirtschaftungsweisen. Ebenso sei eine höhere Dotierung der Biomaßnahme notwendig.

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