Düngemittelmarkt

Düngerpreise: UBV fordert Entlastung über Mehrwertsteuer

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 26.11.2021 - 07:00

Bundesagrarministerium setzt auf langfristige Lösungen wie Senken der Krankenversicherungsbeiträge.

N-Dünger-Kalkammonsalpeter

Aufgrund der massiv gestiegenen Betriebsmittelpreise für Dünger, Diesel, Pflanzenschutz- oder Futtermittel verlangt der Unabhängige Bauernverband (UBV) eine vorübergehende Absenkung des Mehrwertsteuersatzes auf 5 % für alle Betriebsmittel. Alleine der Dieselpreis ist nach Angaben der Landwirtschaftskammer Österreich seit Jahresanfang um über 30 % gestiegen. Der UBV fordert daher die Bundesregierung auf, insbesondere die Bundesministerin Köstinger, auf, diese Mehrwertsteuersenkung – so wie in der Gastronomie – sofort umzusetzen, was auch nach EU-Recht zulässig ist.

Ein kurzfristiges Absenken der Mehrwertsteuer für Betriebsmittel sieht man im Bundesagrarministerium eher kritisch, so ein Ministeriumssprecher. So müsste diese sofort wieder zurückgenommen, sobald sich sie Preissituation entspannt. Ebenso könnten Händler diese Reduktion 1:1 mit einer Erhöhung des Preises kompensieren und damit profitieren nur sie davon und nicht die Bäuerinnen und Bauern, so die Befürchtungen.
 

Fokus auf langfristige Entlastung

Der Fokus des Ministeriums liegt auf langfristigen Entlastungsmaßnahmen wie der CO2-Steuerrückvergütung in der Landwirtschaft beim Agrardiesel oder der Senkung der Krankenversicherungsbeiträge. Daran arbeite gerade das Ministerium.

Laut einem Ministeriumssprecher beobachtet man die massiv gestiegenen Düngemittelpreise dennoch mit großer Sorge. Die Ursachen dafür seien durchaus vielfältig. Produkt- wie auch Betriebsmittelpreise unterliegen bekanntermaßen regelmäßigen Schwankungen. Gerade der Düngemittelbereich ist sehr stark von den vorherrschenden Rohöl- bzw. den Energiepreisen abhängig.