Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Wintertagung 2022

Direktvermarktung: Medien für aktuellen Konsumtrend nutzen

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 02.02.2022 - 08:23

Bei der Vermarktung ihrer regionalen Produkte sollten Landwirte alle Medienkanäle geschickt nutzen. Es gibt aber auch Probleme.

Hofladen_Kundengespräch

Medien und insbesondere Social Media spielen eine zentrale Rolle spielen, um eine Verbindung zwischen den Konsumenten und der Landwirtschaft herzustellen. Dieses Fazit zogen die Diskussionsteilnehmer Vertreter am Fachtag Kommunikation, der Wintertagung 2022 des Ökosozialen Forums. 
 
Für Maria Jelenko-Benedikt, Chefredakteurin der Regionalmedien Austria AG sind die Regionen mit ihrer Vielfalt, Lebensqualität und ihren Potenzialen sind Österreichs Lebensadern. Medien seien dabei Mittler und Gestalter, so die Referentin. "Es gibt eine starke Verwurzelung der Menschen zu den Regionen, in denen sie leben, durch die Pandemie hat sich das verstärkt. Viele Menschen sind aufs Land gezogen und haben sich einen Zweitwohnsitz geschaffen. Menschen fokussieren in Krisenzeiten auf ihre unmittelbare Nähe, weil das Vertrauen und Sicherheit schafft", unterstrich Jelenko-Benedikt.

Fachkräftemangel gefährdet Regionalität

Hebein-Michaela

Michaela Hebein, Managing Partner bei der Kapp Hebein Partner GmbH, wies auf ein grundsätzliches Problem hin: "Leider gibt es bis heute keine allgemeingültige Definition für Regionalität. Der Landwirt versteht etwas anderes darunter als eine Umweltorganisation, der Lebensmittelhandel oder die Politik. Da 80% der Menschen regionale Lebensmittel bevorzugen, braucht es eine klare Definition, um eine Enttäuschung zu vermeiden", unterstrich Hebein.

Zudem stelle sich angesichts des zunehmenden Mangels an qualifizierten Fachkräften die Frage nach der Machbarkeit eines regionalen Produktes und einer regionalen Kreislaufwirtschaft. Bei vielen Bauprojekten in der Wirtschaft und Landwirtschaft gebe es auch enorme Widerstände in der Bevölkerung. Das Fazit von Hebein: "Es braucht eine Re-Regionalisierung der Wertschöpfungsketten."

Wenig Fachausdrücke in Social Media nutzen

Hannes Royer sieht durchaus gute Absatzmöglichkeiten für regionale agrarische Produkte. Der Verein "Land schafft Leben", dessen Obmann er ist, nutzt zahlreiche Kanäle in den sozialen Medien, um Lebensmittelwissen als Teil der Ernährungsbildung zu vermitteln. Es gehe darum, für die Konsumenten ein transparentes Bild der Landwirtschaft zu zeichnen und dabei auch sensible Themen nicht auszusparen, erklärte Royer.

Bäuerinnen und Bauern, die einen Auftritt auf Facebook & Co planen, sollten eine klare Kommunikationslinie haben und nicht zu sehr mit Fachausdrücken arbeiten, die der Konsument nicht verstehe. Besonders wichtig sei es, immer authentisch zu bleiben, so der Obmann.
 

Mutenthaler: Klare Qualitätsstrategie nötig

"Regionalität ist wichtig, es muss bei den Produkten aber auch eine klare Qualitätsstrategie dahinterstehen", betonte Christina Mutenthaler, Leiterin des Netzwerks Kulinarik. In den vergangenen Monaten hätten bäuerliche Direktvermarkter und Manufakturen starke Absatzsteigerungen verzeichnet.

Mit dem Gütesiegel "AMA Genuss Region" unterstütze man diesen Trend. "In eineinhalb Jahren konnten wir fast 3.000 Betriebe zertifizieren. Unser Ziel für 2022 sind weitere tausend Teilnehmer an diesem Gütesiegel", so Mutenthaler.

Mit kostenlosen betriebsindividuellen Fotoshootings, Werbemitteln und zahlreichen Weiterbildungsmaßnahmen will das Netzwerk Betriebe auf ihrem Weg der Professionalisierung unterstützen. Weitere Informationen zur Wintertagung sind unter oekosozial.at abrufbar.

Mit Material von aiz
Ihr Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
blw digital iphone blw digital macbook
Hefttitelbild Printausgabe Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt