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Interessenvertretung

Dementis zu Bauernbund-Austritten

Digitale Netzwerke
Josef koch
Josef Koch
am Montag, 05.12.2022 - 18:40

Bauernbund Oberösterreich dementiert Austrittswelle im Bezirk Freistadt. Kursieren hier Fake-News in digitalen Medien?

Freistadt Offenbar eine klassische Falschmeldung (Fake-News) geisterte kürzlich durch die digitale Medien. Denn an den angeblichen Auflösungen von Ortsbauernschaften im Bezirk Freistadt, vorwiegend geführt vom Bauernbund, ist nichts dran. Diese Ansicht vertritt der betroffene Bezirksobmann, Martin Moser. „Es hat sich jedenfalls keine einzige Ortsbauernschaft aufgelöst und auch von Austritten aus dem Bauernbund ist mir persönlich nichts bekannt“, entgegnet er den aus seiner Sicht falschen Behauptungen.

Gegenüber dem Wochenblatt meinte Moser, so sei in den digitalen Medien „gezielt eine Presseaussendung vorgetäuscht worden, um den Versuch zu starten, die Presse bewusst in die Irre zu leiten und Personen – in diesem Fall mich – und ganze Organisationen zu diskreditieren“. Überschrieben war die Nachricht mit „Pressemitteilung an alle Zeitungen im Land OÖ“.

Moser behält sich rechtliche Schritte vor

Da in der Falschmeldung auch Mosers Handynummer und E-Mail-Adresse genannt wurden, handelt es sich nach Auffassung des Bezirksobmanns und Bürgermeister von Bad Zell um eine Verletzung des Datenschutzes. „Ich werde mir rechtliche Schritte noch vorbehalten“, kündigt Moser an. Allerdings sind die genannten E-Mail-Adresse und Handynummer ganz offiziell auf der Homepage der Gemeinde Bad Zell zu finden.

Manche mutmaßen, dass diese Falschmeldung gezielt gestreut worden sei, weil der Bauernbund Oberösterreich den Landwirt Johann Konrad, Initiator der AGÖ-Agrargemeinschaft, aus dem Bauernbund ausgeschlossen und bei der Staatsanwaltschaft angezeigt hat. Auf Nachfrage des Wochenblatts bestätigte Bauernbund-Direktor Wolfgang Wallner den Ausschluss Konrads. Diese sei auf Antrag des BB-Präsidiums und einstimmigen Beschluss des Vorstandes aufgrund eines antisemitischen Postings von Johann Konrad erfolgt.

Wie in Fällen von Antisemitismus oder Rassismus üblich habe der Bauernbund den Vorfall bei der Staatsanwaltschaft und der Antisemitismus Meldestelle der IKG (Israelische Kultusgemeinde) gemeldet, so Wallner. Im Fall Konrad hat die Staatsanwaltschaft entschieden, eine Anzeige gegen Konrad zu erstatten, und das Verfahren nicht einzustellen. „So wie in der ÖVP üblich werden solche Fälle nicht unter den Tisch gekehrt, sondern konsequent gemeldet“, meint Wallner.

Moser wollte sich zum Fall Konrad nicht äußern. Dazu kenne er den Sachverhalt nicht oder zu wenig dies mit dem Bezirk Freistadt in keiner Weise etwas zu tun habe.

Gefakte Mitteilung wegen Ausschluss von Konrad?

Konrad indes bezeichnete in einer Sprachnachricht, die in digitalen Medien kursiert, das Vorgehen des Bauernbunds als „schäbig“. Er bestritt die Vorwürfe, antisemitische Äußerungen gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Selenskyi getätigt zu haben. Diese seien auf sein Handy gespielt worden.