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Österreich

Coronahilfe: Was sich beim Härtefallfonds jetzt ändert

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 04.05.2020 - 15:50

Österreich hat bei den Coronahilfen nachgebessert. Es gelten neue Förderzeiträume und mehr Junglandwirte bekommen Hilfen.

Junglandwirt_Rapsfeld

Das Bundesagrarministerium hat die Förderregeln für den Härtefallfonds während der derzeit laufenden Antragsphase angepasst. Neu ist die Mindestfördersumme von 500 € für alle anspruchsberechtigten Betriebe. Nicht-landwirtschaftliche Nebeneinkünfte werden gegengerechnet. Damit will das Ministerium das Auszahlen von Bagatellbeträgen unterbinden und die Verwaltung entlasten. 

Unverändert bleibt die Förderhöhe von maximal 2000 € pro Monat und maximal 6000 € für drei Monate, wenn ein entsprechender Rückgang des Einkommens vorliegt.

Erweitert ist indes ab sofort der Betrachtungszeitraum. Er beträgt nun 6 Monate. Somit können Antragsteller zwischen dem 16. März. bis 15. September (bisher 15. Juni) drei beliebige Monate als Zeitraum der Berechnung der Hilfen wählen. Damit werden noch stärker die saisonalen Schwankungen berücksichtigt.

Mehr Junglandwirte sind jetzt förderfähig

Mit der jüngsten Änderung sind nun auch mehr Jungunternehmer im Härtefallfonds 2 förderberechtigt. Als Jungunternehmer gilt nun, wer einen neuen Wirtschaftszweig seit 2019 führt. Konkret heißt das laut Ministerium, im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres noch nicht im neuen Wirtschaftszweig tätig war.

Hat ein Jungunternehmer den Betrieb übernommen, kann er wählen, nach welcher Basis die Hilfe berechnet wird. So kann er den Umsatzentgang im Vergleich zu den Umsätzen des Vorgängers ermitteln oder bis zu 500 € pauschal beantragen. Der Umsatzeinbruch muss aber mindestens 50 % betragen. Damit werden Jungunternehmer noch stärker in der Krise geschützt, heißt es in Wien. Bisher konnten nur Jungunternehmer pauschal gefördert werden, die einen neuen Wirtschaftszweig seit dem 1. Januar 2020 führen.

„Der Härtefallfonds ist ein Sicherheitsnetz für unsere bäuerlichen Familienbetriebe. Es geht um schnelle und unbürokratische Hilfe. Mit den zusätzlichen Neuerungen ist es für bäuerliche Familienbetriebe wesentlich einfacher Anträge zu stellen,“ sagt Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger.
 

Neue Bedingungen gelten auch für gestellte Anträge

Bisher gestellte Anträge wickelt Agrarmarkt Austria nach der neuen Richtlinie ab. Daher bedarf es seitens der Antragsteller keine weiteren Schritte, um von den Verbesserungen zu profitieren. Um einen anderen Berechnungszeitraum anzuwenden, können Landwirte bereits gestellte Anträge für den Betrachtungszeitraum vom 16.März bis 15. April 2020 grundsätzlich bis Ende Juli 2020 zurückziehen.

Hilfen aus dem Härtefallfonds gibt es für Betriebe, die von einem behördlich angeordneten Betretungsverbot aufgrund von COVID-19 betroffen sind oder einen Umsatzeinbruch von mindestens 50% zu einem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres haben. Auch ein mindestens 50 %-iger Preisverlust aufgrund des Qualitätsverlustes bei Sägerundholz oder eine Kostenerhöhung von mindestens 50% zu einem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres bei Fremdarbeitskräften lösen einen Anspruch aus dem Hilfsfonds aus. Die antragsberechtigten Betriebe haben sich indes nicht verändert.