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Tierschutz

Bürgermeister und Bauern bitten um Entnahme von Problemwolf

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 11.04.2022 - 15:00

Problemwolf im Brixental (Tirol) verunsichert Bauern und Bevölkerung. Zahlreiche Risse und oft in Wohngebieten aufgetaucht.

Canis Iupus

Nach zahlreichen Rissen und Sichtungen von Wölfen in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern in den vergangenen Wochen im Brixental in Tirol hat Josef Fuchs, Kitzbüheler Bezirkskammerobmann, gemeinsam mit den Bürgermeistern der Gemeinden Westendorf, Hopfgarten, Itter, Brixen sowie Kirchberg und den Ortsbauernvertretern ein Gesuch um Entnahme des Problemwolfs an den zuständigen Agrar-Landesrat Josef Geisler gestellt.

"Wir fordern das Fachkuratorium auf, die Vorkommnisse im Tal laufend zu bewerten. Derzeit werden quasi täglich gerissene Wildtiere gefunden. Unserer Einschätzung nach handelt es sich bei dem Wolf im Brixental jedenfalls um ein Problemtier und ist dementsprechend zu entnehmen", stellt Paul Sieberer, Bürgermeister von Hopfgarten, klar.
 

Hechenberger erwartet rasches Ergebnis

Landwirtschaftskammer (LK) Tirol-Präsident Josef Hechenberger plädiert für ein rasches Ergebnis des Fachkuratoriums und nicht erst nach Wochen der Gefahrensituation, wie im vergangenen Herbst im Bezirk Innsbruck. Handlungsbedarf sei vor allem aber auch aufgrund der Sorgen der Bevölkerung gegeben. "Was soll man besorgten Eltern sagen, wenn sie einen anrufen und fragen, ob sie ihre Kinder noch alleine draußen spielen lassen können", gibt Hechenberger Einblick in die Stimmungslage.

Es macht die Behörden verantwortlich, die Konflikte, die durch die massive Ausbreitung großer Raubtiere entstehen, so gering wie möglich zu halten. Das ist laut Kammerpräsident nur möglich, wenn auffallende und problemstiftende Wölfe entnommen werden dürfen.
 
 

Schafhalter wollen keine Tiere auftreiben

In dem Schreiben an den Agrar-Landesrat wird auf die wirtschaftlichen Folgen für Landwirtschaft und Tourismus aufmerksam gemacht sowie auf mögliche Einschränkungen für Erholungsuchende hingewiesen. Bis das Weidevieh auf die Alm kommt, geht man davon aus, dass sich der Wolf weiter im Tal aufhält. Aber auch auf den Heimweiden findet er bald einen "gedeckten Tisch". "Dass auch Elektrozäune einen Wolf oft nicht aufhalten können, zeigt leider die Erfahrung. Wir hoffen natürlich trotzdem, unsere Herden schützen zu können", führt Fuchs aus.

Aufgrund der Vorzeichen wollen die Schafbauern im Brixental nicht mehr auftreiben. Rinderbauern, aber auch Touristiker befürchten, dass dann Kühe ins Visier geraten. Neben den Rissen und Verletzungen einzelner Tiere habe sich auch gezeigt, dass Viehherden durch Wolfspräsenz aggressiv werden.

"Um die Sicherheit auf den Almen zu gewährleisten, kann es sein, dass diese für Erholungsuchende nicht mehr frei zugänglich sind. Besonders mit Hunden würde das Begehen der Almen höchst gefährlich", warnt Fuchs abschließend.

Mit Material von aiz
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