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Brennholz-Check liefert erschreckende Ergebnisse

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 28.10.2021 - 07:00

Unbekannte Herkunft, schlechte Qualität und falsche Mengenangaben- das sind wesentliche Ergebnisse des Storechecks der Landwirtschaftskammer Steiermark.

Heizen_mit_Holz

Die Store-Checker der Landwirtschaftskammer warnen vor drei gravierenden Fallen beim Kauf von Brennholz in Baumärkten.

  • Erstens unbekannte Herkunft: Die Herkunft wird verschwiegen und erst bei Nachfrage bekanntgegeben. Im Waldland Steiermark kommt Brennholz in Baumärkten paradoxerweise aus Balkanländern und Osteuropa, nur äußerst selten aus dem Holzland Steiermark.
  • Zweitens zu nass: Importiertes Brennholz ist zum Heizen überwiegend zu nass – man riskiert sogar Kamin-Schäden.
  • Drittens: Preise für ausländisches, zu feuchtes Holz haben im Jahresabstand, im Gegensatz zu heimischem, entsprechend trockenem und ofenfertigem Brennholz aus unerklärlichen Gründen saftig angezogen.

 

Rätsel für einheimische Waldbauern

Nach Auffassung von Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher ist es für Waldbauern und Forstwirte unverständlich, dass Baumärkte schlechte Brennholz-Qualität hunderte Kilometer aus Serbien, dem Kosovo, Bosnien, Slowenien, Tschechien, der Slowakei, Ungarn oder Kroatien nach Österreich karren und überteuert anbieten. 

"Dabei ist im Wald- und Holzland Steiermark ausreichend Ofenholz bester Qualität und zu erheblich günstigeren Preisen erhältlich“, ist Titschenbacher sehr enttäuscht über die katastrophalen Ergebnisse des brandaktuellen Einkaufstests.

Herkunft meist nur auf Nachfrage bekannt

Mitte Oktober nahmen die Store-Checker der Landwirtschaftskammer in elf Baumärkten in der Steiermark die angebotenen 15 Brennholz-Sortimente unter die Lupe. Überprüft wurden Herkunft und Qualität des Brennholzes, der Wassergehalt, die Holzart, das Mengenmaß, die Preise sowie die Zustellkosten.

Bei der Herkunft des Holzes tappen die Käufer völlig im Dunkeln. Informationen über die Brennholz-Herkunft gibt es nur auf Nachfrage. Nur so haben die Einkaufstester erst herausgefunden, dass nur ein einziger Baumarkt heimisches Brennholz von regionalen Waldbauern in entsprechend trockener, ofenfertiger Qualität und auch zu fairen Preisen anbietet, während ein Großteil des ausländischen Brennholzes zum Heizen ungeeignet (weil zu nass!) und zu teuer angeboten wird.

Über die Hälfte ist zu nass

Mehr als die Hälfte (55 Prozent) des in Baumärkten angebotenen Brennholzes ist für das Heizen ungeeignet – es ist zu nass. Durch den zu hohen Wassergehalt brennt das Holz schlecht, für die erwartete Wärme muss die eineinhalbfache Holzmenge verbraucht werden. Das verteuert die Brennholzkosten erheblich, führt zu vermehrter Rußbildung und kann sogar den Kamin schädigen. Kammerdirektor Werner Brugner rechnet vor: „Durch feuchtes Holz steigen beispielsweise die Brennholzkosten für eine Kachelofen-Heizsaison zu Baumarkt-Preisen im Schnitt um etwa 40 Prozent, konkret von 440 auf 610 Euro pro Heizsaison.“

Um dieser Kostenfalle zu entgehen, sollte zu nasses Holz – es wird in den Baumärkten als „halbtrockenes“ oder „frisches“ Brennholz bezeichnet! – noch mindestens ein Jahr nachgetrocknet oder von vornherein entsprechend trockenes Brennholz direkt bei den Waldbauern gekauft werden.

Schwankende Raummaße

Gemäß österreichischer Handelsusancen wird Brennholz üblicherweise mit der Maßeinheit „1 Raummeter“ angeboten. Der Einkaufstest der Landwirtschaftskammer zeigt, dass 85 Prozent der angebotenen Ofenholz-Kisten in Baumärkten ein Mengenmaß zwischen 0,85 und 0,9 Raummeter aufweisen. Somit sind die Preise, die im Jahresabstand aus unerklärlichen Gründen einen Preisschub von bis zu 20 Prozent erfuhren, für die Käufer nicht nur sehr teurer geworden, sondern auch schlechter vergleichbar. Im gleichen Zeitraum seien bei den heimischen Waldbauern die Brennholzpreise stabil geblieben, so die Kammer.

„Die Unwissenheit der Verbraucher wird ausgenützt. Im Schnitt ist das in Baumärkten zu feucht angebotene Brennholz unterm Strich um etwa 80 Prozent teurer als entsprechende trockene ofenfertige Ware von Waldbauern“, sagt Werner Brugner. Getrocknetes Brennholz kostet im Baumarkt durchschnittlich 110 Euro pro Raummeter, „halbtrockene“ schlechtere Ware auch immerhin noch 100 Euro. Dazu kommen ordentliche Zustellkosten zwischen 25 und 45 Euro pro Raummeter.