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Düngerindustrie

Borealis-Übernahme: Agrofert verspricht bessere Lieferbedingungen

Agrofert_Besuch_LK_OÖ_Land_OÖ_mit_Agrar-LR_und_LK-Präs_1
Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 17.08.2022 - 12:29

Oberösterreichs Agrarspitze stellte Spitzenvertreter der Agrofert-Gruppe zur Rede.

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Auch wenn die Borealis-Düngemittelsparte in die tschechische Agrofert-Gruppe eingegliedert werden sollte, wird sie weiter einen eigenständigen Marktauftritt und entsprechende unternehmerische Freiheiten haben. Insgesamt möchte Agrofert damit der Landwirtschaft mittel- und längerfristig mehr Versorgungssicherheit sowie bessere Liefer- und Absatzbedingungen bieten.

Das versicherten der stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Agrofert-Gruppe und Leiter der Düngemittel- sowie Kraftstoffsparte Petr Cingr und Finanzvorstand Libor Nĕmeček im Gespräch mit Oberösterreichs Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger und Kammerpräsident Franz Waldenberger. Eine Standortgarantie für Linz gab die Agrofert-Gruppe bereits im Vorfeld des Gesprächs ab.

Agrofert will Synergien nutzen

Die bisherigen Produktionskapazitäten der Agrofert-Gruppe im Düngemittelbereich werden mit der vorgesehenen Übernahme nahezu verdoppelt, so die beiden Agrofert-Vertreter.

Entsprechende Synergien sollen innerhalb der Gruppe vor allem durch besseres Verwerten von Zwischenprodukten wie Ammoniak und Salpetersäure, dem intensiven Austausch von Know-how sowie gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und weiteres Optimieren des Vertriebs- und Verkaufsnetzes erfolgen.

Die Düngemittelproduktion stellt für die tschechische Agrofert-Gruppe das wirtschaftliche Kerngeschäft dar. Daher setze man mit der Übernahme der Borealis-Nitro-Sparte gerade in diesem Bereich einen großen Expansionsschritt in Mitteleuropa, so Cingr und Nĕmeček.

Bauernvertreter pochen auf EU-Prüfung

Langer-Weninger und Waldenberger stellten nach eigenen Angaben im Gespräch klar, dass die heimische Bauernvertretung gegenüber der EU auf eine gründliche kartellrechtliche Prüfung der geplanten Übernahme dränge.

So gehe es für die heimische Landwirtschaft vor allem um eine gesicherte und stabile Düngemittelversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen, da die heimische Landwirtschaft auch auf ihren Absatzmärkten in einem harten wirtschaftlichen Wettbewerb stehe.

Die weiteren Aktivitäten der Agrofert-Gruppe in Linz konsequent wollen die beiden Interessenvertreter mit der „gebotenen kritischen Distanz“ verfolgen. Dazu wollen sie mit Vertretern der Agrofert-Gruppe auch künftig im Austausch bleiben.