Artenschutz

Blühstreifenaktion geht in die vierte Runde

Blühstreifen
BLW
am Freitag, 16.04.2021 - 06:30

Der Maschinenring und das Bienenzentrum Oberösterreich rufen auch heuer wieder zur „Blühstreifenaktion – mach mit“ auf.

Der Maschinenring OÖ und das Bienenzentrum OÖ rufen auch heuer wieder zur „Blühstreifenaktion – mach mit“ auf. Mit ein- und mehrjährigen Blühstreifen und Blühflächen werden wichtige Nahrungsgrundlagen geschaffen, die das Überleben blütenbestäubender Insekten sichern. Im Vorjahr wurden 93 ha angelegt. Ziel ist es, diese Fläche heuer zu übertreffen.

Ein- und mehrjährige Blühpakete

Bei der „Blühstreifenaktion – mach mit“ 2021 werden wieder unterschiedliche Saatgutmischungen mit regionalem Saatgut angeboten. Es gibt Mischungen für Ackerbau- und Grünlandgebiete sowie für private und öffentliche Flächen. „Die Mischungen bestehen aus einer Vielzahl an Kulturarten und Wildblumen. Kulturpflanzen wie Phacelia, Ringelblume, Perserklee und Leindotter sind nur in Mischungen für landwirtschaftliche Flächen enthalten, um einen raschen Bodenschluss zu gewährleisten“, erläutert Petra Haslgrübler, Leiterin des Bienenzentrums OÖ. Im Bereich „Kommunal, Gewerbe, Privat“ sind ausschließlich regionale Wildblumen in den Saatgutmischungen zu finden.

Die Anlage kann der ortsansässige Maschinenring übernehmen, oder man besorgt sich das Saatgut beim Maschinenring und übernimmt die Anlage selber. Unter www.bienenzentrum.at stehen ein Film und Informationen zur Verfügung, wo alle Arbeitsschritte genau erklärt werden. Für Fragen stehen die Mitarbeiter des Bienenzentrums OÖ, der ortsansässigen Maschinenringe oder das Kompetenzzentrum Wildblumen des Maschinenrings OÖ zur Verfügung.

Monitoring: Mehrwertvon Blühstreifen

2019 startete das Bienenzentrum OÖ ein zweijähriges Blühstreifen-Monitoring, bei dem die Blühabfolge und das Vorkommen bestimmter Insektengruppen erhoben wurden. Dabei wurden die am häufigsten verwendeten einjährigen und mehrjährigen Blühmischungen auf einem Acker in St. Florian bei Linz untersucht. Die Mischungen wurden in Streifen mit drei mal 50 m angelegt, im ersten Versuchsjahr Ende April, im zweiten Ende Mai. Es war wichtig, herauszufinden, dass in Läppertracht von Juli bis August noch ausreichend qualitativ hochwertiger Pollen und Nektar zur Verfügung gestellt wird. Alle zwei Wochen wurden die Blühabfolge, Bodendeckung, Wuchshöhe, Verunkrautung und Strukturvielfalt aufgenommen. In beiden Jahren zeigen alle Mischungen einen guten Anwuchs. Für das Insektenmonitoring wurden jeweils an zwei Tagen im Juni, Juli und August die Zahlen der Hummeln, Honigbienen, Schwebfliegen, Wanzen, Marienkäfer und Florfliegen aufgenommen.

„Der optimale Zeitpunkt für die Anlage von einjährigen Blühflächen ist zwischen Mitte April und Anfang Mai. Mehrjährige Blühflächen sollten im Spätsommer angelegt werden, um den Unkrautdruck so gering wie möglich zu halten“, betont Haslgrübler. Das Monitoring zeigte: Blühstreifen sind eine effektive Maßnahme zur Erhöhung der Diversität von Insekten und Nützlingen. Grundsätzlich gilt: Je arten- und strukturreicher eine Blühfläche ist, desto reicher ist sie an Bestäubern und Nützlingen.